Tag des Erscheinens: 15.05.2002 Redaktionsschluss: 14.05.2002 Herausgeber: aktienmarkt.NET AG Grüneburgweg 58-62, 60322 Frankfurt am Main Redaktion: Telefax 069/5083 9145, EMail: redaktion@aktienmarkt.net
Sehr geehrte Leserinnen und Leser,
in der laufenden Börsenwoche kann eine leichte Aufhellung der Stimmung an den Märkten beobachtet werden. Nach dem Kursfeuerwerk nach den Cisco-Zahlen und deutlichen Gewinnmitnahmen im Anschluss ist das Hauptaugenmerk nun wieder vermehrt auf die Konjunkturzahlen gerichtet. So konnten die US-Einzelhandelsumsätze schon mit einem überraschend deutlichen Anstieg aufwarten. Aber auch bei den Verbraucherpreisen in der Eurozone zeichnet sich eine Wende ab. Die anstehenden Daten dürften jedoch kaum Anzeichen für eine Leitzinserhöhung der Europäischen Zentralbank liefern. Zudem liegt die Aufmerksamkeit der Anleger vor allem auf den Werten der so genannten alten Wirtschaft. Hauptversammlungen und Quartalszahlen vieler MDAX-Unternehmen stehen auf dem Terminplan, wobei es auch hier noch zu negativen Überraschungen kommen kann.
Beiersdorf - trotz gutem Ausblick weiter abwarten
Die Beiersdorf AG ist einer der wenigen High Flyer im MDax und konnte gerade in den letzten Monaten von der Schwäche der Technologiewerte profitieren. Das Geschäft des Unternehmens teilt sich in drei Sparten. Der Bereich Cosmed umfasst die Produkte zur Kosmetik und Körperpflege, unter dem Bereich Medical werden die Produkte zur Behandlung kranker und verletzter Haut gebündelt und letztlich die Tesa-Sparte bietet dem Verbraucher Lösungen im Bereich der Klebstoffe. Das Geheimnis des Erfolgs von Beiersdorf ist der Aufbau eines eigenen Markenimages für jedes Produkt. Innerhalb aller drei Sparten werden die Produkte solange beim Verbraucher bekannt gemacht, dass sie bereits auch jedes Kind kennt. Somit hat sich das Unternehmen bisher immer auf seine Kernkompetenzen konzentriert. Unter der Sparte Cosmed sind zum Beispiel die Marken Nivea, Labello, 8x4, atrix, Gammon, Juvena, prairie und Basis PH vereint. Das Hauptzugpferd ist dabei natürlich die Dachmarke Nivea, welches die weltweit grösste Körperpflegemarke überhaupt ist. Im Medical-Bereich werden alle Marken aus den Sparten Medizinische Hautpflege, Orthopädie und Wundpflege für den Hausgebrauch und den professionellen Bedarf gebündelt. Dazu zählen unter anderem die Marken Hansaplast, Leukoplast, Eucerin, Hidrofugal, aber auch ABC-Pflaster. Weiterhin das Sorgenkind des Unternehmens ist die Tesa-Sparte. Hierzu zählen Tesa-Film, Tesa Power-Strips, Tesa-Krepp und Tesa-Print. Einige Male stand auch der Verkauf dieser Sparte im Raum, der jedoch bisher immer abgelehnt wurde.
Die Expansion in das nichteuropäische Ausland hat für Beiersdorf oberste Priorität. Der Umsatzanteil im Inland nimmt Jahr für Jahr deutlich ab. Allerdings sollte sich der Euro nachhaltig gegenüber dem US-Dollar und dem Yen erholen, dann sinken die Umsätze und das Ergebnis von Beiersdorf. In Zukunft soll das Markenimage noch verstärkt gefördert werden, da dieses noch ein überdurchschnittliches Wachstum verspricht. Durch die anziehende Konjunktur in Europa, den USA und Asien sollte das Unternehmen auch in den kommenden Jahren weiteres Wachstum generieren können. Im April wurde der Anteil an dem ostdeutschen Kosmetikhersteller, der Florena Cosmetic GmbH, von 24,9 auf 100 Prozent aufgestockt. Florena wird als Tochterunternehmen in den Konzern integriert. In den letzten Monaten kam es immer wieder zu Spekulationen über eine Mehrheitsübernahme von Beiersdorf. So erwägte die Tchibo Holding AG, die bereits zu 30 Prozent an dem Unternehmen beteiligt ist, die Übernahme einer Mehrheit.
Das abgelaufene Geschäftsjahr 2001 war das beste der Firmengeschichte. So konnte der Konzernumsatz um 10,3 Prozent von 4,12 Mrd Euro auf 4,54 Mrd Euro gesteigert werden. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte im Konzern um 19,7 Prozent von 389 Mio Euro im Jahr 2000 auf 466 Mio Euro zu. Der Jahresüberschuss stieg nach HGB von 100 Mio Euro auf 155 Mio Euro und nach IAS von 226 Mio Euro auf 285 Mio Euro. Für das Geschäftsjahr 2002 plant Beiersdorf mit einem Anstieg des Konzernumsatzes um 5 Prozent und mit einer EBIT-Umsatzrendite von mehr als 10 Prozent. Im ersten Quartal 2002 hat das Unternehmen allerdings weniger verdient als im entsprechenden Zeitraum des Vorjahres, jedoch konnten die Markterwartungen getroffen werden. Die Umsätze legten in den ersten drei Monaten um 3,6 Prozent auf 1,19 Mrd Euro zu. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ging dagegen um fast 20 Prozent auf 132 Mio Euro zurück. Der Nettogewinn reduzierte sich von 100 Mio Euro im ersten Quartal 2001 auf 79 Mio Euro. Insbesondere das Deutschland-Geschäft verzeichnete deutliche Rückgänge.
Die Beiersdorf-Aktie befindet sich noch in einem intakten Aufwärtstrend. Nach einem Zwischenhoch Ende Januar kam der Kurs noch einmal deutlich zurück, wobei anschließend eine Erholung einsetzte. Diesen kurzfristigen Aufwärtstrend hat die Aktie nach unten durchbrochen, wobei die Umsätze mit den fallenden Kursen auch zugenommen haben. Auch die 200-Tage-Durchschnittlinie bildet nun wieder einen Widerstand nach oben. Derzeit wird die Beiersdorf-Aktie leicht über dem Widerstandsniveau von 125 Euro gehandelt, wobei ein weiterer Rückschlag in Richtung der Zone zwischen 115 und 120 Euro nicht ausgeschlossen werden kann. Erst bei Kursen von oberhalb von 130 Euro hellt sich diese Bild wieder auf. Angesichts der weiter recht hohen Bewertung, mit einem KGV von über 30 auf Basis der aktuellen Gewinnschätzungen, halten wir dies allerdings kurzfristig für wenig wahrscheinlich. Daher drängt sich gegenwärtig kein Investment in die Beiersdorf-Aktie auf. [WKN 520 000]
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AC Service schafft Dreh in die Gewinnzone
Die am Frankfurter Neuen Markt notierte AC Service AG zählt zu den führenden IT-Dienstleistern in Deutschland und ist als Software- und Beratungshaus vorwiegend auf mittlere und kleine Unternehmen spezialisiert. Als bedeutender Outsourcing Partner unterstützt AC Service Unternehmen bei der Verbesserung ihrer Wettbewerbsfähigkeit. Dazu arbeitet die Gesellschaft eng mit Partnern und Kunden zusammen und investiert kontinuierlich in Personalentwicklung, Training, Systeme und Technologie. Die angebotenen IT-Lösungen, welche auf den Zielplattformen SAP R/3 und mySAP.com basieren, finden zunehmend auch unter international tätigen Unternehmen Abnehmer. Weitere Aktivitäten des Geschäftsfeldes IT-Outsourcing Services betreffen Unternehmenslösungen auf den Gebieten Application Hosting, Application Management sowie eService. Im Bereich Human Resource Services ist AC Service Anbieter von Outsorcing-Lösungen für die Personalabrechnung, hier unter anderem mit der eigene Marke ACCURAT Multipers. In diesem Zusammenhang wurden die eigenentwickelte mySAP Lösungen ProServ und ProTrade von SAP qualifiziert. Der Testierung gingen Workshops voraus, die Punkte wie Technologie, Funktionsumfang, Schulungsdokumentation und Einführungsmethodik bewerten und Lösungskompetenz, SAP-technologiekonforme Entwicklung und Visibilität bescheinigen. Mit vorkonfigurierten Geschäftsabläufen, ausgeprägten branchentypischen Funktionen sowie einer spezifischen Implementierungsmethodik bieten ProServ und ProTrade messbare Verbesserungen der betrieblichen Schlüsselkennzahlen und benötigen nur geringe Releasepflegeaufwendungen sowie kurze Einführungszeiten.Die Unternehmenskultur ist darauf ausgerichtet, die Kunden langfristig und umfassend zu betreuen. Die Mitarbeiter nutzen für die branchenfokussierten wie branchenneutralen Aufgabenstellungen die Erfahrung aus hunderten von Consulting Projekten. AC Service ist durch Konzerngesellschaften auch im europäischen Ausland vertreten. Zu diesem Zweck wurde Anfang des Jahres die Tochter AC Solutions GmbH & Co KG in Wien gegründet, die mit einem Team von 15 SAP-Consultants und zwei Geschäftsführern gestartet ist. Damit konnte das Unternehmen sein SAP-basiertes Outsourcing-Geschäft über eigenständige Konzerngesellschaften weiter verstärken. Transparenz, Glaubwürdigkeit und Kontinuität werden bei AC Service bei der Kommunikationspolitik groß geschrieben. Um die Informationskultur auch direkt mit den Aktionären zu pflegen, emittierte AC Service als erstes Unternehmen am Neuen Markt Namensaktien.
Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001 konnte das Unternehmen wieder einen Jahresüberschuss in Höhe von 1,0 Mio Euro nach einem Verlust von 1,7 Mio Euro im Jahr 2000 erwirtschaften. Der konsolidierte Jahresumsatz steigerte sich um 15 Prozent von 41,0 Mio Euro auf 47,2 Mio Euro. Dies war hauptsächlich auf die Erfolge des Geschäftsbereichs IT-Outsourcing zurückzuführen, der eine Segmentumsatzsteigerung von 27,6 Prozent auf 24,5 Mio Euro erzielte. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) konnte überproportional von 0,2 Mio Euro auf 1,4 Mio Euro gesteigert werden und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) legte von 5,1 Mio Euro auf 7,6 Mio Euro zu. Der Mittelzufluss aus operativer Geschäftstätigkeit ist von 0,4 Mio Euro auf 5,7 Mio Euro angestiegen, so dass die flüssigen Mittel von 1,7 Mio Euro auf 6,4 Mio Euro angewachsen sind. In den ersten drei Monaten des Jahres 2002 konnte die Gesellschaft im fünften Quartal in Folge seinen Gewinn steigern. So legte das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 1,6 Mio Euro auf 2,2 Mio Euro zu. Auch das EBIT verbesserte sich in diesem Zeitraum von 0,3 Mio Euro auf 0,6 Mio Euro. Der Umsatz im ersten Quartal wurde um 5 Prozent von 11,5 Mio Euro auf 12,1 Mio Euro gesteigert. Der Mittelzufluss aus operativer Tätigkeit betrug 3,1 Mio Euro nach -0,6 Mio Euro im Vorjahresquartal, so dass die liquiden Mittel weiter von 6,4 Mio Euro auf 7,7 Mio Euro zulegten. Der Vorstand erwartet, dass die positive Geschäftsentwicklung auch in den kommenden Quartalen weiter fortgesetzt wird.
Die Aktie der AC Service AG befindet sich seit November 2001 in einem intakten Abwärtstrend-Kanal. Wobei nach einem mißlungenen Ausbruchsversuch Anfang April 2002 weiter der obere Bereich getestet wird. Erfreulich war hierbei, dass das Marktvolumen mit den gefallenen Kursen eher rückläufig war. Im Zuge der guten Unternehmensnachrichten und einer bevorstehende Wende bei den Technologiewerten sollte nun der Widerstand bei 4,75 Euro erneut getestet werden. Sollte dieser Ausbruch gelingen, ergibt sich ein deutliches Kaufsignal für die AC Service-Aktie mit einem mittelfristigem Kursziel von 6,00 Euro. [WKN 511 000]
Viel Erfolg an der Boerse!
Ihre Redaktion der
aktienmarkt.NET AG
Frankfurt am Main
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