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Deutschland
Wochenvorschau Konjunkturdaten
Commerzbank


22. August 2008, 10:05

Inflationsgipfel im Euroraum überschritten
Die Konjunkturindikatoren signalisieren eine spürbare Abschwächung der Wirtschaft im Euroraum. Das Ifo-Geschäftsklima und der Economic Sentiment Indicator dürften diese Botschaft bestätigen. Dies wäre eigentlich der Zeitpunkt, an dem die Notenbank mit Zinssenkungen beginnt. Bislang stehen dem aber die hohe Inflation und die damit verbundenen Inflationserwartungen im Wege. Die Verbraucherpreise für den August werden zeigen, wie stark die Entlastung durch den jüngsten Rückgang beim Ölpreis ist. Der Hochpunkt der Inflationsrate dürfte nun überschritten sein.

Die Konjunkturindikatoren senden eine klare Botschaft: Die Wirtschaft im Euroraum ist im zweiten Quartal geschrumpft, und die meisten Stimmungsindikatoren befinden sich inzwischen auf einem Niveau, das zumeist mit einer Rezession einherging. In der kommenden Woche dürfte dieses Bild durch einen weiteren Rückgang des Ifo-Geschäftsklimas (Prognose: 97,0 nach 97,8; Konsens: 97,2) und des Economic Sentiment Indicators (Prognose: 89,0 nach 89,5; Konsens: 88,0) bestätigt werden. In diesem Umfeld würde die Notenbank gewöhnlich die Zinsen senken. Aktuell ist dies aber nicht so. Der Anstieg der Rohstoffpreise hat zu einer Rekordinflation geführt und auch die Inflationserwartungen nach oben getrieben. Die EZB denkt deshalb (noch) nicht an Zinssenkungen.
Der jüngste Preisverfall am Ölmarkt hat aber bei der Inflation für etwas Entspannung gesorgt. Der Hochpunkt bei der Inflationsrate dürfte im Juli mit 4% erreicht worden sein. Im August rechnen wir mit einem Rückgang der Raten in Deutschland und im Euroraum um 0,4 bzw. 0,3 Prozentpunkte auf 2,9% bzw. 3,7%, also mit einer deutlich stärkeren Bewegung als der Konsens (3,2% bzw. 3,9%). Bei einem unveränderten Ölpreis würde die Teuerungsrate wegen positiver Basiseffekte bis zum Jahresende weiter sinken. Allerdings wären Werte in der Nähe von 2% auch dann erst im Frühjahr zu erwarten. Die Tür zu Zinssenkungen öffnet sich also, aber nur langsam.

USA: Zweites Quartal nur Zwischenhoch
Angesichts der vielen Belastungsfaktoren (Finanzmarktkrise, Korrektur der Immobilienblase) hat sich die US-Wirtschaft bislang besser geschlagen als von vielen erwartet. Das Wachstum im zweiten Quartal dürfte sogar auf 2,5% nach oben revidiert werden, nachdem das Außenhandelsdefizit im Juni deutlich geringer ausfiel als von den Statistikern bei der Berechnung der vorläufigen BIP-Zahlen unterstellt. In der näheren Zukunft dürften sich die Bremskräfte aber durchsetzen, das Wachstum wird fast zum Stillstand kommen.
Auch die Auftragseingänge für langlebige Güter werden wohl an Dynamik verlieren. Der Teilindex des ISM für den Auftragseingang liegt seit Ende 2007 unter der Marke von 50 Punkten und ist im Juli weiter auf 45 Punkte gefallen. Allerdings müssten die Orders in den nächsten Monaten schon massiv fallen, um ein ähnliches Bild zu zeigen wie bei der letzten Rezession. Einen derartigen Einbruch erwarten wir nicht.




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Termine für Deutschland
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Pressekonferenzen
12. März 2007
(IfW-Konjunkturprognose für März)
23. November 2006
(Ifo-Geschäftsklima-Index für November)
12. Oktober 2001
(Einzelhandelsumsätze für August)
11. September 2001
(Handelsbilanz für Juli)

Wirtschaftsdaten
21. November 2008
(Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für November)
21. November 2008
(Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe für November)
20. November 2008
(ifo Weltwirtschaftsklima für das 4. Quartal)
20. November 2008
(Erzeugerpreise für Oktober)
19. November 2008
(Baugenehmigungen für die ersten drei Quartale)
14. November 2008
(DIW Konjunkturbarometer für November)
14. November 2008
(Verbraucherpreise für Oktober)
13. November 2008
(EZB Monatsbericht für November)
13. November 2008
(BIP für das 3. Quartal)
12. November 2008
(IEA The World Energy Outlook)

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