Weltweiter Abschwung in der Industrie
Letzte Woche haben die Einkaufsmanagerindizes es bereits angezeigt, in der kommenden
Woche werden es zahlreiche harte Daten aus verschiedenen Ländern bestätigen:
Die Industrie befindet sich weltweit im Abschwung. Aber wie weit geht es
nach unten? Bisher machen die Auftragseingänge noch Hoffnungen, dass es nicht zu
einem förmlichen Einbruch kommen wird.
Der ISM unverändert bei 50, der Euroraum-Einkaufsmanagerindex inzwischen darunter,
sogar der chinesische Index ist zuletzt auf 52,0 gefallen, den niedrigsten Wert seit drei
Jahren: Die Zeichen stehen in der Industrie weltweit auf Abschwung. Diesen zeigen auch
die „harten“ Daten bereits seit längerem an. In den Industrieländern hat sich in den
vergangenen Monaten der Vorjahresvergleich bei der Industrieproduktion deutlich
verringert, in Großbritannien stagniert sie praktisch sogar bereits seit dem vergangenen
Herbst. Die in der kommenden Woche anstehenden zahlreichen nationalen
Daten werden zeigen, dass sich diese Tendenz bis zuletzt fortgesetzt hat.
Konsequenz: Ein wichtiger Wachstumsträger wird deutlich schwächer. So war z.B. in
Deutschland der Boom in der Industrie der Hauptgrund des bis einschließlich des ersten
Quartals überraschend starken Wachstums. Im zweiten Quartal dürfte sich dies ändern.
Wir gehen-anders als der Konsens-davon aus, dass sich die Produktion im Mai nicht von
dem stetigen Rückgang in den drei Vormonaten erholt hat (Prognose: 0,0%, Konsens:
0,2%). Dies würde erneut unterstreichen, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal
gegenüber Vorquartal spürbar geschrumpft ist (aktuelle Schätzung: -0,4%), der kräftige
Anstieg in den ersten drei Monaten also zumindest teilweise korrigiert worden ist.
Und wie geht es weiter? Kurzfristig ist mit einem Einbruch nicht zu rechnen. Denn gerade
bei den für die Industrie sehr wichtigen Investitionsgütern haben sich die Auftragseingänge
nach einer insbesondere von den USA ausgehenden deutlichen Abschwächung im vergangenen
Jahr zuletzt wieder recht stabil entwickelt. Trotzdem werden die Zuwachsraten
bei der Industrieproduktion eher nach unten zeigen. Denn die US-Wirtschaft
wird sich nach dem vor allem durch die Steuerschecks ausgelösten derzeitigen Zwischenhoch
im weiteren Jahresverlauf wieder abschwächen. Und in den anderen Regionen der
Welt werden die zahlreichen Zinserhöhungen der Notenbanken und der weiter gestiegene
Ölpreis seinen Tribut fordern. Es bleibt also dabei: Die besten Zeiten für die Industrie liegen
vorerst hinter uns.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 15. Oktober 2008 (Verbraucherpreise für September) 14. Oktober 2008 (ZEW-Indikator für Oktober) 10. Oktober 2008 (DIW Konjunkturbarometer für Oktober) 10. Oktober 2008 (Rohstahlproduktion für September) 10. Oktober 2008 (Insolvenzen für Juli) 09. Oktober 2008 (Großhandelspreise für September) 09. Oktober 2008 (Umsatzindex Verarbeitendes Gewerbe für August) 09. Oktober 2008 (Im- und Exporte für August) 08. Oktober 2008 (Produktion im Produzierenden Gewerbe für August) 07. Oktober 2008 (Industrieaufträge für August)