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Deutschland
Wochenvorschau Konjunkturdaten
Commerzbank


04. Juli 2008, 10:20

Weltweiter Abschwung in der Industrie
Letzte Woche haben die Einkaufsmanagerindizes es bereits angezeigt, in der kommenden Woche werden es zahlreiche harte Daten aus verschiedenen Ländern bestätigen: Die Industrie befindet sich weltweit im Abschwung. Aber wie weit geht es nach unten? Bisher machen die Auftragseingänge noch Hoffnungen, dass es nicht zu einem förmlichen Einbruch kommen wird.

Der ISM unverändert bei 50, der Euroraum-Einkaufsmanagerindex inzwischen darunter, sogar der chinesische Index ist zuletzt auf 52,0 gefallen, den niedrigsten Wert seit drei Jahren: Die Zeichen stehen in der Industrie weltweit auf Abschwung. Diesen zeigen auch die „harten“ Daten bereits seit längerem an. In den Industrieländern hat sich in den vergangenen Monaten der Vorjahresvergleich bei der Industrieproduktion deutlich verringert, in Großbritannien stagniert sie praktisch sogar bereits seit dem vergangenen Herbst. Die in der kommenden Woche anstehenden zahlreichen nationalen Daten werden zeigen, dass sich diese Tendenz bis zuletzt fortgesetzt hat.
Konsequenz: Ein wichtiger Wachstumsträger wird deutlich schwächer. So war z.B. in Deutschland der Boom in der Industrie der Hauptgrund des bis einschließlich des ersten Quartals überraschend starken Wachstums. Im zweiten Quartal dürfte sich dies ändern. Wir gehen-anders als der Konsens-davon aus, dass sich die Produktion im Mai nicht von dem stetigen Rückgang in den drei Vormonaten erholt hat (Prognose: 0,0%, Konsens: 0,2%). Dies würde erneut unterstreichen, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal gegenüber Vorquartal spürbar geschrumpft ist (aktuelle Schätzung: -0,4%), der kräftige Anstieg in den ersten drei Monaten also zumindest teilweise korrigiert worden ist.
Und wie geht es weiter? Kurzfristig ist mit einem Einbruch nicht zu rechnen. Denn gerade bei den für die Industrie sehr wichtigen Investitionsgütern haben sich die Auftragseingänge nach einer insbesondere von den USA ausgehenden deutlichen Abschwächung im vergangenen Jahr zuletzt wieder recht stabil entwickelt. Trotzdem werden die Zuwachsraten bei der Industrieproduktion eher nach unten zeigen. Denn die US-Wirtschaft wird sich nach dem vor allem durch die Steuerschecks ausgelösten derzeitigen Zwischenhoch im weiteren Jahresverlauf wieder abschwächen. Und in den anderen Regionen der Welt werden die zahlreichen Zinserhöhungen der Notenbanken und der weiter gestiegene Ölpreis seinen Tribut fordern. Es bleibt also dabei: Die besten Zeiten für die Industrie liegen vorerst hinter uns.




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