Dollar profitiert weiter von der Unsicherheit
Die Reaktion auf die gemeinsame Zinssenkung der wichtigsten Notenbanken hat
erneut deutlich gemacht, dass der Dollar als sicherer Hafen von der derzeitigen
Unsicherheit profitiert. Damit dürfte EUR-USD zunächst weiter unter Druck bleiben,
während der Yen der Out-Performer bleibt.
Der Dollar hat auch in der vergangenen Woche von der weiter gestiegenen Unsicherheit an
den Finanzmärkten profitiert. Er fungiert dabei als sicherer Hafen, da die Nachfrage
nach Treasuries stark ansteigt. Die gestrige koordinierte Zinssenkung hat diese Konstellation
erneut bestätigt. Kurzfristig war es den Notenbanken gelungen, die Aktienmärkte
zu beflügeln wodurch auch EUR-USD zulegen konnte. Nachhaltig war die Entwicklung
allerdings weder am Aktien- noch am Devisenmarkt.
Die Wirkung verpuffte so schnell, weil der Markt nicht daran glaubt, dass die Zinssenkung
die fundamentalen Probleme behebt. Zum einen sind die Liquiditätsprobleme der Banken
vor allem auf das Misstrauen zwischen den Instituten zurückzuführen. Zum anderen dürften
die konjunkturellen Probleme durch die gesunkenen Zinsen nicht geringer werden.
Aufgrund des derzeit brach liegenden Geldmarktes kommt die Zinssenkung kaum auf dem
Kapitalmarkt und damit auch bei den Kreditzinsen an. Das dürfte den Notenbankern vorher
durchaus bewusst gewesen sein. Allerdings gelang es ihnen auch nicht durch die offensichtliche
Absicht einer weitreichenden Zusammenarbeit für einen gewissen Optimismus
an den Märkten zu sorgen.
Insgesamt ist das Ergebnis der überraschenden Aktion damit mehr als ernüchternd. Die
Notenbanken haben einen erheblichen Teil ihres Pulvers verschossen, aber nichts erreicht.
Vielmehr konnte alle Welt sehen, dass sie offensichtlich die Lage (noch) nicht in den Griff
bekommen. Für den Markt bedeutet das, dass die Unsicherheit weiterhin fortbesteht und
die Hoffnung auf eine schnelle Lösung wohl zu den Akten gelegt werden kann.
Damit wird sich am Devisenmarkt das Bild der letzten Wochen weiter fortsetzen. Bei weiterhin
hoher Volatilität dürfte der Dollar gegenüber dem Euro weiter von der
Flucht in Qualität profitieren. Insbesondere aber der Yen wird weiter outperformen. Der
Druck auf die Währungen der Emerging Markets dürfte hingegen anhalten. Gleiches gilt für
Hochzinsvaluten wie AUD und NZD.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 21. November 2008 (Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für November) 21. November 2008 (Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe für November) 20. November 2008 (ifo Weltwirtschaftsklima für das 4. Quartal) 20. November 2008 (Erzeugerpreise für Oktober) 19. November 2008 (Baugenehmigungen für die ersten drei Quartale) 14. November 2008 (DIW Konjunkturbarometer für November) 14. November 2008 (Verbraucherpreise für Oktober) 13. November 2008 (EZB Monatsbericht für November) 13. November 2008 (BIP für das 3. Quartal) 12. November 2008 (IEA The World Energy Outlook)