Wochenvorschau Devisenmärkte Commerzbank
04. Juli 2008, 10:19
EZB bringt EUR-USD zurück in die Range
Die EZB beförderte den Dollar gestern mit einem sehr moderaten Statement wieder
zurück in seine alte Range. Insbesondere der Hinweis, dass die EZB keinen Bias mehr
in Richtung weiterer Zinserhöhungen habe, weckte im Markt die Erwartung, dass
dies zunächst einmal der einzige Zinsschritt bleiben wird. Das bedeutet allerdings
nicht, dass die EZB später nicht doch wieder aktiv werden wird. Für die nächste
Woche jedoch dürfte der Devisenmarkt die EZB-Vorgabe aufnehmen, der Euro wird
voraussichtlich unter Druck bleiben. Dieser wird allerdings weiterhin durch die
schwachen US-Daten und das Schreckgespenst eines Ölpreises über 150 USD gestützt.
Mit ihrem Statement, dass vorerst kein unmittelbarer Anlass für weitere Zinserhöhungen
besteht, verhinderte die EZB den Bruch wichtiger technischer Widerstände nahe 1,5900.
Zuvor hatte sie den Leitzins wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben. EZB-Präsident
Trichet bemühte sich, eine möglichst neutrale Haltung einzunehmen, und führte aus, dass
der jüngste Schritt nötig war, um die angestrebten Ziele zu erreichen. Gleichzeitig stellte er
in Aussicht, die Märkte gegebenenfalls rechtzeitig und klar zu informieren.
Trichets Entscheidung, Formulierungen wie ‘strong vigilance’ oder ‘heightend alertness’ zu
vermeiden, verhinderte den scheinbar unmittelbar bevorstehenden Bruch wichtiger Widerstände
bei 1,5900 mit entsprechendem Kurspotenzial über 1,60 hinaus. Damit dürfte zunächst
der Weg frei sein für Kurse Richtung 1,5650 oder gar 1,5550. Auch wenn der Verkaufsdruck
stärker werden sollte, erwarten wir vor dem Hintergrund der US-Daten und
dem generellen Ausblick für die EZB allerdings keinen Bruch der unteren Range bei 1,5275.
Wir gehen davon aus, dass die EZB im Herbst den Leitzins noch einmal anheben wird. Auf
der anderen Seite schwächt sich der US-Arbeitsmarkt ebenso weiter ab wie der Dienstleistungssektor.
Die Daten zu den schwebenden Hausverkäufen für den Monat Mai, die am
Dienstag zur Veröffentlichung anstehen, dürften schwach ausfallen, und die Handelsbilanz
am Freitag sollte sich weiter eintrüben. Die höheren Ölimporte werden dabei die-auch
aufgrund des schwächeren Dollars-gestiegenen Exporte mehr als kompensieren.
|