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Deutschland
Rubel: Abwertung noch unter Kontrolle?
Coba


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23. Januar 2009, 10:33

Seit seinen Höchstständen vom Juli 2008 hat der Rubel gegenüber dem Währungskorb aus USD und EUR um rund 28% abgewertet. Doch selbst dieser massive Wertverlust der russischen Währung reflektiert noch längst nicht den wahren Abwertungsdruck. Denn die Zentralbank hat in dieser Zeit massiv interveniert, um eine stärkere Abwertung zu verhindern. Angesichts der immer noch hohen Devisenund Goldreserven dürfte die Notenbank die Abwertung weiter bremsen. Es besteht allerdings das Risiko, dass sie ihren Widerstand irgendwann aufgeben muss.

Der Georgien-Konflikt, die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise und fallende Ölpreise haben dem jahrelangen Aufwertungstrend des Rubel ein jähes Ende bereitet. Auch der jüngste Gasstreit dürfte noch fortwirken. Denn den europäischen Kunden ist klar geworden, dass sie ihre Gasimporte diversifizieren müssen. Auch wenn die dazu nötige Infrastruktur erst installiert werden muss: Die Aussicht auf einen geringeren Marktanteil Russlands und damit weiter sinkende Exporteinnahmen belastet den Rubel schon heute.
Die CBR hat zwar zugunsten des Rubel interveniert. Um die Reserven nicht sinnlos zu „verpulvern“, musste sie jedoch eine graduelle Abwertung zulassen. Diese Abwertung hat mittlerweile eine Eigendynamik entwickelt. Jeder weiß, dass angesichts des fundamentalen Umfeldes der Abwertungsdruck anhält. Daher ist die gemanagte Abwertung eine Einladung, gegen den Rubel zu wetten. Die Folge ist, dass die CBR eine Abwertung in immer schnelleren Schritten zulassen muss. In den letzten drei Tagen musste sie jeweils einen Abwertungsschritt vornehmen. Kann dieser Trend enden bevor die Reserven der Zentralbank verbraucht sind?
Zunächst einmal bleibt festzuhalten, dass die Gold- und Devisenreserven mit knapp 400 Mrd. USD immer noch beträchtlich sind. Ferner dürfte die Abwertung bereits einen gewissen positiven Effekt auf die Handelsbilanz Russlands haben. Sollte der Ölpreis nicht weiter fallen, ist zumindest eine Stabilisierung der Exporte auf niedrigen Niveaus zu erwarten. Unser zentrales Szenario ist deshalb eine weitere Abwertung um „lediglich“ 10 bis 15% in den nächsten Monaten.
Ein Investor in RUB sollte sich allerdings auch des Risikoszenarios bewusst sein: Der Abwertungstrend könnte sich in eine immer schneller drehende Abwertungsspirale verwandeln. Sollten immer mehr Rubel-Anleger (dazu zählen auch die heimischen Haushalte und Unternehmen) in der Erwartung weiterer Abwertungen ihre Rubel-Bestände auflösen, würde dies den Abfluss an Devisenreserven zunehmend beschleunigen. Dann wäre eine weitere Verteidigung des Rubels durch die CBR sinnlos und nur noch eine Verschwendung von wertvollen Devisenreserven. In einem solchen Fall würde der Rubel wahrscheinlich freigegeben und-aufgrund des spekulativen Drucks-weit stärker fallen als dies fundamental gerechtfertigt wäre. Eine Zunahme der Geschwindigkeit, mit der die Reserven schwinden, wäre ein Warnsignal für ein solches Szenario.




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