Highlights
Zunehmende Spannungen zwischen Russland und den USA lassen den Ölpreis
auf 121 USD/Barrel in die Höhe schnellen, begleitet von einem schwachen US-Dollar
Bernanke Rede zur Stabilität der Finanzsysteme
Erwartete Tagestendenz: leichter
Datenveröffentlichungen heute
USA
Keine neuen Konjunkturdaten
Fed-Redner: Bernanke
Eurozone
10:00 Uhr Leistungsbilanz (EUR) Eurozone Jun. (Vormonat: -21.4 Mrd. EUR)
11:00 Uhr Auftragseingänge Industrie Eurozone Jun. (e: -1.1% M/M / -6.3% J/J;
nach -3.5% / -4.4%)
15:00 Uhr Geschäftsklimaindex Belgien Aug. (e:-8 nach -7.6)
Markttechnik
Nach dem gestrigen Kursrückschlag ist der kurzfristige steile Aufwärtstrend gebrochen.
Jetzt steht ein Test der kräftigen Unterstützung knapp unter 114 Punkten an.
Nächstes Ziel darunter wäre 113,32. Im Rahmen der Double Bottom-Formation ist die
begonnene Gegenbewegung aber als normaler Pullback anzusehen. Die Formation
und der längere Aufwärtstrend geraten erst bei der Nackenlinie (112,88) in Gefahr.
Der MACD-Indikator bewegt sich jetzt deutlich auf ein Verkaufsignal zu.
Der 14-Tage-RSI ist aus dem überkauften Bereich in die neutrale Zone zurück
gefallen.
Marktkommentar
Ein unerwarteter Ölpreisanstieg um 6 auf 121 USD/Barrel sorgte am US-Staatsanleihemarkt
gestern für ein Wiederaufleben der Inflationserwartungen. Die Reaktion vieler Anleger darauf
waren Gewinnmitnahmen. Die besonders leitzinssensitiven Kurzläufer gerieten besonders
unter Abgabedruck und legten in der Rendite mit +6 bp doppelt so stark zu wie die
marktführenden 10jährigen Titel. Die Ursache des Ölpreisanstiegs ist in den zunehmenden
Spannungen zwischen Russland und den USA zu sehen, insbesondere über die Errichtung
des von den USA geplanten Raketenabwehrschildes in Osteuropa. Russland will „mit mehr
als nur diplomatischen Mitteln“ darauf reagieren. Die Anleger kamen schnell auf die Idee,
dass die russische Regierung damit vielleicht eine Drosselung des Öl- und Gasexports in
den Westen ins Spiel gebracht haben könnte. Doch nicht nur die Rohölnotierungen zogen
gestern stark an, die Preisexplosion betrifft auch viele andere Rohstoffe. Der US-Dollar
tendierte in Umfeld schwach.
Die Preisentwicklung bei Rohöl und anderen Commodities ist bei den Anlegern in der Prioritätenliste
jetzt wieder an vorderer Stelle angesiedelt. Heute erhoffen sie sich von Fed-
Präsident Ben Bernanke zudem neue Aufschlüsse über den aktuellen Fokus der Fed-ist
die Wachstumsentwicklung oder das Inflationstempo wichtiger für die Leitzinsfestlegung?
Bernanke, der auf einer Fed-Konferenz in Jackson Hole zur Stabilität des Finanzsystems
spricht, hat hierzu allerdings schon zur Konferenzeröffnung kein Wort verloren und dürfte in
seiner Rede die Geldpolitik nicht anschneiden. Vielmehr wird er die Problemfälle Freddie
Mac und Fannie Mae behandeln. Aufgrund ihrer Größe stellen diese Institute ein systemisches
Risiko dar. Zusammen mit den Befürchtungen um weitere drohende Wertberichtigungen
bei den US-Banken und Spekulationen über die Zukunft der Investmentbank Lehman
Brothers dürfte das die Risikoaversion der Anleger hoch halten. Weitere ölpreisbedingte
Gewinnmitnahmen dürften das Marktgeschehen heute aber belasten.
Im Fahrwasser des vom Ölpreisanstieg ausgelösten Kursrutsches am US-Bondmarkt tendierten
auch die Euroland-Govies gestern schwächer. Die wieder aufgelebten Inflationssorgen
trüben die Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung im nächsten Jahr etwas ein und
lösten Gewinnmitnahmen aus. Entsprechend standen dabei besonders die leitzinssensitiven
Kurzläufer unter Abgabedruck.
Zum Wochenausklang dürfte der europäische Staatsanleihemarkt weiter unter Gewinnmitnahmen
leiden und den im Tokioter Handel schwächer gestarteten US-Treasuries folgen.
Mangels bedeutender neuer heimischer Konjunkturdaten werden die Ölpreisentwicklung
und die Bernanke-Rede im Mittelpunkt stehen. Tendenz: leichter.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 21. November 2008 (Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für November) 21. November 2008 (Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe für November) 20. November 2008 (ifo Weltwirtschaftsklima für das 4. Quartal) 20. November 2008 (Erzeugerpreise für Oktober) 19. November 2008 (Baugenehmigungen für die ersten drei Quartale) 14. November 2008 (DIW Konjunkturbarometer für November) 14. November 2008 (Verbraucherpreise für Oktober) 13. November 2008 (EZB Monatsbericht für November) 13. November 2008 (BIP für das 3. Quartal) 12. November 2008 (IEA The World Energy Outlook)