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Donnerstag, 20. November 2008  Mail-Kontakt   Impressum
Deutschland
Rentenmarktkommentar
HSH


22. August 2008, 10:06

Highlights
Zunehmende Spannungen zwischen Russland und den USA lassen den Ölpreis auf 121 USD/Barrel in die Höhe schnellen, begleitet von einem schwachen US-Dollar
Bernanke Rede zur Stabilität der Finanzsysteme
Erwartete Tagestendenz: leichter

Datenveröffentlichungen heute
USA
Keine neuen Konjunkturdaten
Fed-Redner: Bernanke
Eurozone
10:00 Uhr Leistungsbilanz (EUR) Eurozone Jun. (Vormonat: -21.4 Mrd. EUR)
11:00 Uhr Auftragseingänge Industrie Eurozone Jun. (e: -1.1% M/M / -6.3% J/J; nach -3.5% / -4.4%)
15:00 Uhr Geschäftsklimaindex Belgien Aug. (e:-8 nach -7.6)

Markttechnik
Nach dem gestrigen Kursrückschlag ist der kurzfristige steile Aufwärtstrend gebrochen. Jetzt steht ein Test der kräftigen Unterstützung knapp unter 114 Punkten an. Nächstes Ziel darunter wäre 113,32. Im Rahmen der Double Bottom-Formation ist die begonnene Gegenbewegung aber als normaler Pullback anzusehen. Die Formation und der längere Aufwärtstrend geraten erst bei der Nackenlinie (112,88) in Gefahr.
Der MACD-Indikator bewegt sich jetzt deutlich auf ein Verkaufsignal zu.
Der 14-Tage-RSI ist aus dem überkauften Bereich in die neutrale Zone zurück gefallen.

Marktkommentar
Ein unerwarteter Ölpreisanstieg um 6 auf 121 USD/Barrel sorgte am US-Staatsanleihemarkt gestern für ein Wiederaufleben der Inflationserwartungen. Die Reaktion vieler Anleger darauf waren Gewinnmitnahmen. Die besonders leitzinssensitiven Kurzläufer gerieten besonders unter Abgabedruck und legten in der Rendite mit +6 bp doppelt so stark zu wie die marktführenden 10jährigen Titel. Die Ursache des Ölpreisanstiegs ist in den zunehmenden Spannungen zwischen Russland und den USA zu sehen, insbesondere über die Errichtung des von den USA geplanten Raketenabwehrschildes in Osteuropa. Russland will „mit mehr als nur diplomatischen Mitteln“ darauf reagieren. Die Anleger kamen schnell auf die Idee, dass die russische Regierung damit vielleicht eine Drosselung des Öl- und Gasexports in den Westen ins Spiel gebracht haben könnte. Doch nicht nur die Rohölnotierungen zogen gestern stark an, die Preisexplosion betrifft auch viele andere Rohstoffe. Der US-Dollar tendierte in Umfeld schwach.
Die Preisentwicklung bei Rohöl und anderen Commodities ist bei den Anlegern in der Prioritätenliste jetzt wieder an vorderer Stelle angesiedelt. Heute erhoffen sie sich von Fed- Präsident Ben Bernanke zudem neue Aufschlüsse über den aktuellen Fokus der Fed-ist die Wachstumsentwicklung oder das Inflationstempo wichtiger für die Leitzinsfestlegung? Bernanke, der auf einer Fed-Konferenz in Jackson Hole zur Stabilität des Finanzsystems spricht, hat hierzu allerdings schon zur Konferenzeröffnung kein Wort verloren und dürfte in seiner Rede die Geldpolitik nicht anschneiden. Vielmehr wird er die Problemfälle Freddie Mac und Fannie Mae behandeln. Aufgrund ihrer Größe stellen diese Institute ein systemisches Risiko dar. Zusammen mit den Befürchtungen um weitere drohende Wertberichtigungen bei den US-Banken und Spekulationen über die Zukunft der Investmentbank Lehman Brothers dürfte das die Risikoaversion der Anleger hoch halten. Weitere ölpreisbedingte Gewinnmitnahmen dürften das Marktgeschehen heute aber belasten.
Im Fahrwasser des vom Ölpreisanstieg ausgelösten Kursrutsches am US-Bondmarkt tendierten auch die Euroland-Govies gestern schwächer. Die wieder aufgelebten Inflationssorgen trüben die Hoffnungen auf eine Leitzinssenkung im nächsten Jahr etwas ein und lösten Gewinnmitnahmen aus. Entsprechend standen dabei besonders die leitzinssensitiven Kurzläufer unter Abgabedruck.
Zum Wochenausklang dürfte der europäische Staatsanleihemarkt weiter unter Gewinnmitnahmen leiden und den im Tokioter Handel schwächer gestarteten US-Treasuries folgen. Mangels bedeutender neuer heimischer Konjunkturdaten werden die Ölpreisentwicklung und die Bernanke-Rede im Mittelpunkt stehen. Tendenz: leichter.




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