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Montag, 13. Oktober 2008  Mail-Kontakt   Impressum
Deutschland
Rentenmarktkommentar
HSH


04. Juli 2008, 10:19

Highlights
EZB nach der Zinserhöhung in Wartestellung, kein weiterer Zinsschritt avisiert
Feiertagsbedingt heute kein Anleihehandel in den USA
Erwartete Tagestendenz: behauptet

Datenveröffentlichungen heute
USA
Wegen des Nationalfeiertages heute keine neuen Daten
Eurozone
08:45 Uhr Budgetdefizit Frankreich Mai (Vormonat: -45.0 Mrd. EUR)
12:00 Uhr Auftragseingänge Industrie Deutschland Mai (e: +0.6% M/M / 2,0% J/J; nach -1.8% / +4% im Vormonat)
EZB-Rednder: Liebscher

Markttechnik
Mit der gestrigen kräftigen Kurserholung hat der Bund-Future mit einem bullish engulfing pattern in Richtung oberes Ende der Trading Range von 109,65 bis 111,50 vorgearbeitet. Ein Überwinden des Highs vom 27. Juni (111,54) eröffnet etwa 20 Ticks Potenzial. Im längerfristigen Chartblick ist die gestrige Erholung aber noch nicht mehr als eine Gegenbewegung im Abwärtstrend. Die Abwärtstrendlinie verläuft heute bei 111,94.
Der MACD-Indikator liegt hat wieder zugelegt und liegt weiter mit deutlichem Abstand zur Nulllinie im Plus.
Der 14-Tage-RSI liegt jetzt mitten im neutralen Bereich.

Marktkommentar
Die erwartet schlechten Juni-Arbeitsmarktzahlen und der auf deutlich unter 50 Punkte eingebrochene ISM-Index für den Dienstleistungssektor bestärkten die Anleger gestern in ihren Erwartungen, dass die Fed wegen der gegenwärtigen Konjunkturflaute kaum Spielraum hat, dieses Jahr noch die Leitzinsen zu erhöhen. Mit ihrem dualen Mandat, ein Maximum an Beschäftigung zu unterstützen und dabei zugleich die Inflation unter Kontrolle zu halten, steckt die Fed schon seit längerem in der Zwickmühle: Inflationsbedingt müsste sie die Leitzinsen deutlich anheben, doch Zinserhöhungen würden die US-Wirtschaft wohl in die Rezession schicken. Quasi zur Untätigkeit verdammt können Bernanke & Co. nur zuschauen, wie sich eine Stagflation entfaltet. Die Anleger reagieren in einem solchen, noch länger anhaltenden Stagflationsumfeld mit steigenden Inflationserwartungen und fordern zumindest bei länger laufenden Anleihen eine entsprechend erhöhte Risikoprämie. Das ist bereits seit längerem an steigenden TIPS-Renditen zu sehen. Die stark von den Leitzinsen und Leitzinserwartungen getriebenen Kurzläufer bleiben ob des stabilen Leitzinsausblicks hingegen gut nachgefragt. Unter dem Strich führt Stagflation damit zu einer Versteilerung der Zinsstrukturkurve. So strahlten die gestrigen schwachen Konjunkturdaten nur noch auf das kurze Ende positiv aus, während Langläufer mit Kursverlusten ins lange Wochenende gingen. Heute findet in den USA feiertagsbedingt kein Staatsanleihehandel statt.

Dominierendes Ereignis am europäischen Staatsanleihemarkt war gestern naturgemäß die Leitzinsanhebung der EZB. Die Ratsmitglieder beschlossen einstimmig die schon Anfang Juni angekündigte Anhebung um 25 bp. In der nachfolgenden Pressekonferenz schlug Notenbankchef Trichet jedoch überraschend moderate Töne an und machte deutlich, dass die EZB-Ratsmitglieder diesen einen Zinsschritt für angemessen erachten, um die Inflation wieder unter Kontrolle zu bekommen. Man habe jetzt keinen „bias“ mehr. Dass der EZB-Rat von einer Sitzung zur nächsten trotz gestiegener Inflationsdynamik verbal so stark zurückrudert, lässt darauf schließen, dass man sich jetzt wohl ernstere Sorgen um die Konjunkturentwicklung im Euroraum macht. Am Anleihemarkt zerplatzen daraufhin die Erwartungen, wonach im Herbst noch ein weiterer Zinsschritt anstünde. Kursgewinne in allen Laufzeiten waren die Folge, wobei der Renditerutsch am kurzen Ende mit 19 bp fast doppelt so stark ausfiel wie bei den 10jährigen Titeln.
Zum Wochenausklang haben die Anleger heute viel Zeit zur Nachlese des Meinungsschwenks der EZB, denn in den USA ist heute feiertagsbedingt handelsfrei, und auch von den wenigen heimischen Konjunkturdaten sind kaum Impulse auf die Kursentwicklung zu erwarten. So dürften die Aktienmarkttendenz und der auf gut 145 Dollar je Barrel gestiegene Ölpreis heute den Anleihehandel etwas bewegen können. Insgesamt hat die Nervosität aber erheblich nachgelassen, und so erwarten wir für den Bund-Future bei nur geringen Umsätzen eine behauptete Tagestendenz.




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