Marktkommentar Devisen Helaba
20. November 2008, 10:29
In den USA ist die Rezession noch nicht offiziell ausgerufen worden, dennoch dürfte kein Zweifel daran bestehen, dass die weltweit größte Volkswirtschaft aktuell schrumpft. D. Kohn (Fed) zeigte sich diesbezüglich überzeugt und sprach davon, dass die Situation schwieriger sei als ursprünglich angenommen. Auch im FOMC-Protokoll kam diese pessimistische Einschätzung zum Ausdruck. In der Tat signalisieren der sehr niedrige ISM-Index und die Tiefstände bei der Verbraucherstimmung in den letzten Wochen und Monaten eine schwache Wirtschaftsentwicklung. Ist die Talsohle der Stimmungsumfragen erreicht, oder sind weitere Abstürze programmiert? Auf diese Frage gibt möglicherweise der Philadelphia-Fed-Index für November eine vorläufige Antwort. Hoffnungen auf eine durch den Rohstoffpreisverfall aufgehellte Stimmung haben sich in dieser Woche zunächst nicht erfüllt. So sank die Fed-Umfrage in der Region New York (Veröffentlichung am Montag) nochmals leicht und auch die Subindizes dieser Industriebefragung fielen im Monatsvergleich per saldo schwächer aus. Insofern ist die Indikation für den Philly-Fed-Index negativ. Allenfalls eine Stabilisierung auf dem sehr tiefen Vormonatsniveau scheint möglich. Die Konsensschätzung halten wir daher für realistisch. Positive Konjunktursignale erwarten wir ebenfalls nicht vom Index der US-Frühindikatoren. Vor allem zeigt sich dieser Indikator im Oktober durch den schwachen Arbeitsmarkt, den ISM-Lieferzeitenindex sowie das eingebrochene Verbrauchervertrauen belastet. Außerdem fließt der nochmalige Rückgang der Baugenehmigungen negativ in den Gesamtindex ein. Enttäuschungspotenzial scheint vorhanden. Alles in allem deuten die konjunkturellen Indikatoren in den USA auf ein unverändert schwieriges Konjunkturumfeld hin und Zinssenkungsfantasie bezüglich der Fed bleibt erhalten.
In der Eurozone werden sinkende deutsche Erzeugerpreise die EZB in ihrem Ansinnen bestätigen, die Zinsen zu senken. Erst gestern hatte EZB-Chef Trichet angedeutet, dass die EZB „pragmatisch“ auf die schwere Krise reagieren würde. Im Klartext: Weitere Zinssenkungen der EZB sind ins Kalkül zu ziehen.
EUR-USD: Der Euro stieg im Hoch bis auf 1,2814, gab im Zuge einbrechender Aktiennotierungen die Gewinne jedoch vollständig ab und liegt knapp unter 1,25. Der MACD richtet sich weiterhin gen Norden. Der ADX fällt weiter zurück und deutet auf eine nachlassende Trendstärke des seit Juli intakten Abwärtstrends hin. Stochastic und RSI haben unterdessen wieder gedreht. Widerstände zeigen sich bei 1,2600, 1,2700. Unterstützungen sehen wir bei 1,2475, 1,2389 und 1,2330. Trading-Range: 1,2389-1,2700.
|