Marktkommentar Devisen Helaba
04. Juli 2008, 10:17
Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins vor dem Hintergrund der erhöhten Inflationsraten in der Eurozone um 25 Bp. auf 4,25 % erhöht. Damit entsprach die EZB den Markterwartungen. Auf der anschließenden Pressekonferenz betonte EZB-Chef Trichet die Gefahren für die Preisniveaustabilität, vermied es aber, ein Signal für eine weitere Straffung der Geldpolitik zu geben. Zunächst rechnen wir daher mit einem unveränderten Leitzins und nicht mit einer Serie von Zinserhöhungen, zumal sich die Stimmungsindikatoren in der Eurozone teilweise sehr deutlich eintrüben und die konjunkturellen Sorgenfalten angesichts des Ölpreisschubs tiefer werden. Trichet verwies darauf, dass das nun vorherrschende Zinsniveau dazu beitragen wird, das Ziel der Preisniveaustabilität zu erreichen. Aufgrund der im Vorfeld der Zinssitzung sehr weit gediehenen Zinserhöhungserwartungen kam es nach den Trichet-Äußerungen zu deutlichen Marktbewegungen. Vor allem das kurze Ende der Renditestrukturkurve verzeichnete starke Renditerückgänge und der Euro kam gegenüber dem US-Dollar deutlich unter Druck.
Angesichts des US-Feiertages (Independence Day)-die Märkte sind geschlossen - dürfte es ein eher impulsloser Handelstag werden. Zudem stehen vonseiten der Datenveröffentlichungen nur die deutschen Auftragseingänge des Monats Mai an. Eine Gegenbewegung zu dem Aprilrückgang von 1,8 % wird erwartet, wobei das große Minus des Vormonats wohl nicht kompensiert werden dürfte.
EUR-USD: Technisch betrachtet bleibt der Euro gut unterstützt. Der MACD richtet sich oberhalb seiner Signallinie weiter gen Norden und auch der DMI, ein weiterer Trendfolgeindikator, ist im Kauf, wobei der ADX allerdings noch nicht über den Schwellenwert von 20 gestiegen ist. Der Stochastic ist derweil in den überkauften Bereich eingedrungen, jedoch wird dieses Signal einer auslaufenden Anstiegsdynamik derzeit weder vom RSI noch von den Bollinger Bändern bestätigt. Weitere Kursgewinne sollten daher nicht ausgeschlossen werden. Im Hoch notierte der Euro bei 1,5909, fiel dann aber vor dem Hintergrund der EZB-Pressekonferenz zurück. Der Widerstandsbereich 1,5890/1,5911 bleibt damit vorerst intakt. Vor einem Test dieses Bereichs bleiben erneut die Widerstände bei 1,5842/45 zu überwinden. Wir gehen davon aus, dass heute wegen des impulslosen Handels zunächst einmal eine Konsolidierung ansteht. Unterstützt sehen wir den Euro bei 1,5720/30 und um 1,5670 und 1,5650. Trading-Range: 1,5670 - 1,5800.
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