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Deutschland
Devisenmarktkommentar
HSH


20. November 2008, 11:28

Der USD hat gegenüber dem EUR erneut zugelegt und liegt derzeit bei knapp unter 1,25. Damit setzt sich die Korrelation zwischen Aktienmärkten und USD/EUR Wechselkurs weiter fort, denn der Dow Jones Index hat gestern um 5,1% nachgegeben und der Nikkei schloss 6,9% niedriger als am Vortag. Die Nachrichtenlage gab in der Tat auch kaum Anlass für Optimismus. Im Protokoll der US-Notebanksitzung wurde das Deflationsgespenst an die Wand gemalt, nachdem die Konsumentenpreise im Oktober überraschend stark um 1% gefallen waren. Die Baubeginne von Wohneinheiten sind im Oktober um 4,5% auf den tiefsten Stand seit 1959 gefallen (annualisierte Rate). Und wo man schon bei historischen Vergleichen ist: Die Aktie des Automobilkonzerns GM ist auf dem Niveau von 1942 angelangt. Gestern haben die Vorstände von Chrysler und GM anlässlich ihres Antrags auf Staatshilfe aus dem 700 Mrd. USD Rettungspaket in einer offiziellen Anhörung gesagt, dass ihren Unternehmen schon bald die Liquidität ausgehen wird. Heute stehen einige Daten aus der zweiten Reihe auf der Agenda. Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung werden sich vermutlich erhöht haben und der Philadelphia Geschäftsklimaindex sollte weiterhin eine äußerst pessimistische Erwartung der Unternehmen widerspiegeln, während die Leading Indicators eine Vertiefung der Rezession deutlich machen dürften. Insgesamt dürfte diese Daten die Stimmung an den Aktienmärkten, den Haupttreiber für den USD, kaum heben, so dass mit einer weiteren Aufwertung des USD zu rechnen ist.

Das GBP notiert gegenüber dem EUR wieder unter 84 Pence. Aus dem Protokoll der letzten Notenbanksitzung, ging hervor, dass einige Zentralbankmitglieder sogar eine Zinssenkung um mehr als 150 bp überlegt haben. Weitere Zinssschritte sind also zu erwarten. Dies ist allerdings nichts Neues für die Marktteilnehmer und eher etwas Positives, da die Notenbank der Rezession nicht tatenlos zuschaut.

Der JPY/USD-Wechselkurs kratzte heute bereits an der 95 Marke, was angesichts der negativen Entwicklung an den Aktienmärkten kaum überrascht. Gegenüber dem EUR schwankt der JPY um die Marke von 119, womit der JPY so teuer ist wie zuletzt im September 2002. Während Panik an den Aktienmärkten durchaus noch für eine weitere Aufwertung des JPY sorgen würde, halten wir das Potenzial für weitere nachhaltige Kursgewinne für begrenzt, zumal die Notenbank sich bald schon zu Interventionen zugunsten eines schwächeren JPY entschließen könnte. Morgen wird die BoJ voraussichtlich den Leitzins unverändert lassen.

Dänemark, Schweden, Norwegen und Finnland haben Island offensichtlich eine Kreditlinie von 2,5 Mrd. USD gewährt. Der IWF hat außerdem eine Kreditlinie von 2,1 Mrd. USD genehmigt, von der Island 887 Mio. USD ziehen kann. Gehandelt wird der ISK jedoch weiterhin nicht auf dem internationalen Devisenmarkt.
Die russische Regierung hat angedeutet, dass sie den Rubel nicht mehr mit allen Mitteln verteidigen wird. Während es durchaus klug ist, eine Abwertung des Rubel zuzulassen, sollte man mit der Ankündigung, weniger zu intervenieren, vorsichtig sein.




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