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Deutschland
Devisenmarktkommentar
HSH


22. August 2008, 10:08

Der USD hat gestern den stärksten Rückgang seit fünf Monaten verbuchen müssen, nachdem die Sorgen über den Zustand des US-Finanzsektors wieder zunahmen.
Vor allem die Sorge, die Probleme bei den Hypothekenrefinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac sowie dem Bankhaus Lehman Brothers könnten noch schwerwiegender sein, belasteten gestern den Greenback. Daher wird der Markt heute sehr genau den Ausführungen des Federal Reserve Bank Präsidenten Bernanke lauschen, der am Nachmittag beim Jahrestreffen der Fed in Kansas in Wyoming eine Rede zur Stabilität des Finanzmarktes in den USA halten wird. Da Bernanke aber schon bei der Eröffnung der Sitzung jeglichen Kommentar in Richtung der Geldpolitik der Zentralbank vermied, könnten die Marktteilnehmer auch heute enttäuscht werden.
Zusätzlich litt der USD unter den neuen Spannungen zwischen NATO und Russland, die auch den Rohölpreis wieder ansteigen liessen. Die Drohung Russlands, nicht nur diplomatisch reagieren zu wollen, schürte die Sorge, Russland könne die Rohöl- und Gasförderung drosseln. Auch andere Commodity-Notierungen zogen daraufhin gestern an.

Auch wenn der Handel nicht mehr so panisch auf Meldungen aus dem US-Finanzsektor reagiert, sollten diese den Handel noch eine Weile beeinflussen. Ob es allerdings kurzfristig noch zu weiteren Zinssenkungen dies- und jenseits des Atlantiks kommt, erscheint nach Ansicht unserer Analysten fraglich. Im Verlauf des nächsten Jahres sei dies zwar möglich, aber aktuell eher unwahrscheinlich. Auch von der Bank of Japan werden bis auf weiteres keine Zinsschritte erwartet.
Da heute keine wichtigen Wirtschaftsdaten auf der Agenda stehen, wird der Markt auf die Rede Ben Bernankes warten, die um 16.00 Uhr unserer Zeit beginnen soll.




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