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Montag, 13. Oktober 2008  Mail-Kontakt   Impressum
Deutschland
Devisenmarktkommentar
HSH


04. Juli 2008, 11:02

Der gestrige Handelstag bildete wieder einmal ein klassisches Beispiel dafür, was übersteigerte Markterwartungen zu bewirken vermögen.
So erhöhte die EZB zwar erwartungsgemäss den Leitzins ausgehend von 4,00 % auf 4,25 %, doch blieb deren Präsident Jean-Claude Trichet in der Schärfe seiner sich daran anschließenden Äußerungen nachhaltig hinter den Befürchtungen einiger Marktteilnehmer zurück. Man glaubte diesen zu entnehmen, dass wir uns keineswegs im Angesicht einer Reihe von Zinssenkungen befinden und dass selbst ein einziger Aufwärtsschritt in diesem Jahr als mehr denn fraglich erscheint.
In Folge dessen erlitt gestern der EUR dem USD gegenüber seinen stärksten Tagesverlust seit drei Wochen, indem er ausgehend von einem Tageshoch bei 1,5910 auf ein Tagestief von 1,5682 abstürzte. Im bisherigen heutigen asiatischen Geschäft wurde EUR/USD dann in einer Bandbreite von 1,5675/1,5721 gehandelt. Insbesondere Markttechnik dürfe hierbei allerdings eine gewichtige Rolle gespielt haben. Es war das Überraschungsmoment, welches diese Kursbewegung auslöste und auch das GBP gegenüber dem EUR fester tendieren ließ.
Anders lief es in Schweden, wo die Notenbank den Zins ebenfalls, in diesem Falle auf 4,5 %, anhob, aber die Bereitschaft bekundete, diesem Schritt möglicherweise weitere folgen zu lassen. Die SEK tendierte daraufhin mehrheitlich fester gegenüber den internationalen Währungen.

Beim USD hingegen ist der gestrige Kurssprung allerdings wahrscheinlich nicht mehr als eine kurze Zwischenerholung. Das wirtschaftliche Umfeld in den USA stellt sich schließlich anhaltend negativ dar. So verzeichneten die im Juni außerhalb der Landwirtschaft verloren gegangenen Arbeitsplätze in den USA einen Anstieg auf 62.000 Stellen, wobei zudem auch der Vormonat ausgehend von ursprünglich publizierten - 49.000 auf ebenfalls - 62.000 revidiert wurde. Auch beim ISM Dienstleistungsindex waren Marktbeobachter davon ausgegangen, dass dieser im Juni ausgehend von 51,7 auf lediglich 51,0 korrigieren würde. Er fiel jedoch auf 48,2, wobei auch am kommenden Montag der Greenback bedingt durch die Veröffentlichung der offenen Eigenheimverkäufe durchaus wieder unter Druck geraten könnte.
Die rechnerische Wahrscheinlichkeit einer US-Zinsanhebung am 5.August beträgt aktuell gerade einmal 18 %, was die US-Valuta absehbar erneut belasten dürfte.

Der JPY wurde heute gegenüber USD und EUR innerhalb einer Bandbreite von 106,62/82 (Vortag 105,78/106,93) resp. von 167,25/84 (Vortag 167,38/169,14) gehandelt, wobei die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung in Japan noch in diesem Jahr gerade einmal mit einer Wahrscheinlichkeit von 27 % nach 31 % am Vortag gehandelt wird. AUD und NZD hingegen vollzogen nach den gestrigen Ausführungen des EZBPräsidenten ihre stärksten Tageskursgewinne seit immerhin sieben Wochen.

Ein zentrales Thema für den weiteren Verlauf der Devisenmärkte dürfte anhaltend die Ölpreisentwicklung darstellen. So schloss Rohöl der Sorte WTI den gestrigen Handelstag an der New Yorker NMYEX mit einem neuerlichen Tagesplus von 1,2 % bei USD 145,29, nachdem im Tagesverlauf sogar ein neuer historischer Höchststand bei USD 148,85 markiert wurde. Der Konflikt mit dem Iran schürt hier anhaltende Spekulationen um einen bewaffneten Schlagabtausch.
Metalle, wie etwa Gold, Silber und Kupfer, tendierten hingegen vor dem Hintergrund der jüngsten Erholung des Greenbacks allgemein leichter.




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