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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


30. Mai 2003, 12:39

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Der deutsche Aktienindex DAX tendierte am Donnerstag um 0,44 % auf 2.906,71 Punkte leichter, nachdem der Euro im Handelsverlauf wieder aufzuwerten begonnen hatte. Aufgrund des Feiertages lag das Handelsvolumen um etwa zwei Drittel unter dem des Vortages.

Die Gewinnerliste führte der Titel der Münchener Rück mit einem Plus von 3,2 % auf 87,66 Euro an. Der Versicherungskonzern will am Montag seine Quartalszahlen vorlegen. Zu den Tagesgewinnern zählten vor allem Finanzwerte, die von der besser gewordenen Konjunkturstimmung unter den Investoren profitierte. Die Aktie der Commerzbank kletterte um 2,68 % auf 9,20 Euro. Lediglich das Papier des Finanzdienstleisters MLP sank um 1,10 % auf 10,77 Euro. Die Post-Aktie gewann um 2,26 % auf 12,67 Euro. Vereinzelte Marktteilnehmer hielten den Anteilschein für unterbewertet.

Zu den größten Tagesverlierern zählte mit einem Minus von 2,06 % auf 10,95 Euro der Wert des Reiseveranstalters TUI, nachdem eine Investmentbank das Kursziel von 18,80 auf 8 Euro reduziert hatte. Der weltweit führende Tourismuskonzern leidet unter den Folgen des Irakkrieges sowie der anhaltenden Tourismusflaute.

Das Schlusslicht unter den Tagesverlierern bildete mit einem Verlust von 2,59 % auf 25,96 Euro der Titel des Einzelhändlers Metro.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Der deutsche Wachstumswerte-Index TecDAX konnte sich gestern behaupten und tendierte zu Börsenschluss um 0,08 % auf 394,62 Punkte fester. Dabei lagen die Indexschwergewichte T-Online und Qiagen im Plus. Qiagen-Papiere verteuerten sich um 1,86 % auf 7,65 Euro, während T-Online-Aktien um 0,67 % auf 7,51 Euro zulegten. Ganz oben auf der Kaufliste stand der Titel des Herstellers von optotechnischen Geräten Jenoptik mit einem Kurssprung von 3,06 % auf 10,44 Euro. Das Unternehmen soll neue Aufträge erhalten haben und rechnet für das Gesamtjahr 2003 mit steigenden Umsätzen. Die Aktie des Herstellers von Wasserreinigungsanlagen Wedeco verbesserte sich um 1,30 % auf 10,10 Euro.

Die Verliererliste führte mit einem Verlust von 2,89 % auf 3,69 Euro der Titel von Kontron an. Der Produzent von elektronischen Komponenten legte für das erste Quartal 2003 ein besser als erwartet ausgefallenes Ergebnis vor. Der faire Wert soll bei 4,50 Euro liegen.

Des Weiteren fiel die Aktie des Internetportals Web.de um 1,66 % auf 5,91 Euro. Lion Bioscience-Papiere büßten um 1,46 % auf 4,04 Euro ein. Der Titel der ehemaligen Siemenstochter Epcos sank um 1,73 % auf 11,33 Euro.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die amerikanischen Aktienbörsen schlossen gestern Abend uneinheitlich. Während der Blue-Chip-Index Dow Jones Industrial Average um 0,93 % auf 8.711,18 Punkte und der breiter gefasste S&P 500 um 0,38 % auf 949,64 Stellen verloren, kletterte der Nasdaq Composite um 0,75 % auf 1.574,95 Zähler.

Absoluter Spitzenwert war die Aktie des weltweit führenden Chipherstellers Intel mit einem Kurssprung von 5,57 % auf 20,84 US-Dollar. Investoren rechnen inzwischen wieder mit einer steigenden Nachfrage nach Halbleiterprodukten in der zweiten Jahreshälfte. Zudem beflügelten die Quartalszahlen des Chipausrüsters Novellus Systems die Anlegerstimmung. Dessen Aktie erholte sich um 3,54 % auf 32,17 US-Dollar. Den zweiten Platz unter den Blue-Chips belegte der Anteilschein des Telekomdienstleisters AT&T mit einem Plus von 3,37 % auf 19,03 US-Dollar. Der Konzern soll im Falle einer Trendumkehr in der Telekombranche zu den Gewinnern gehören. Honeywell-Papiere kletterten um 1,80 % auf 26,05 US-Dollar, während Coca-Cola-Aktien um 1,04 % auf 44,62 US-Dollar zulegten.

Unter den Hochtechnologiewerten des Nasdaq Composite stach der Titel des Telekomausrüsters JDS Uniphase mit einem Kurssprung von 10,32 % auf 3,74 US-Dollar hervor, nachdem die führenden lokalen Telefonanbieter SBC Communications und Verizon Communications bekannt gegeben hatten, nach neuen Lösungen für fiberoptische Netzwerke zu suchen.

Auf der Verliererseite stand der Titel von Microsoft mit einem Minus von 0,04 % auf 24,40 US-Dollar. Nach Börsenschluss gab der weltweit führende Softwarekonzern bekannt, dass der Rechtsstreit mit dem Medienriesen AOL Time Warner gegen eine Zahlung von 750 Mio. US-Dollar beigelegt worden ist. Die Internetsparte AOL hatte im Januar 2002 für die Tochter Netscape Communications eine kartellrechtliche Klage gegen Microsoft erhoben. Der Softwarekonzern soll widerrechtlich sein Windows-Betriebssystem mit dem Internet-Browser kombiniert haben. Inzwischen nahm Microsoft mit seinem Internet-Explorer-Browser der AOL-Tochter Netscape Communication die Spitzenstellung bei den Web-Browsern. Microsoft-Chef Bill Gates bewertete die rechtliche Einigung als positiv und sieht nun neue Möglichkeiten für eine Kooperation mit AOL Time Warner.

Die Verliererliste im Dow Jones führte der Film- und Fotohersteller Eastman Kodak mit einem Minus von 5,45 % auf 30,00 US-Dollar an.

Am Rentenmarkt stiegen die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 1,03 % auf 116-18. Die Rendite sank damit auf 4,34 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Angespornt von einer positiv tendierenden US-Hochtechnologiebörse ging der Nikkei 225 heute Morgen mit einem Gewinn von 0,59 % bei 8.424,51 Punkten aus dem Handel. Zudem beflügelte ein sinkender Yen Exportwerte wie beispielsweise Automobiltitel. Die Regierung in Tokio zeigte sich optimistisch hinsichtlich des Wachstums der Industrieproduktion im Mai.

Die Aktie von Toyota kletterte um 5,54 % auf 2.860 Yen, während der Anteilschein von Honda um 5,12 % auf 4.310 Yen sprang. Der Wert des weltweit sechstgrößten Computerherstellers Toshiba verbesserte sich um 3,7 % auf 363 Yen. Sony-Papiere stiegen um 2,6 % auf 3.180 Yen. Auch Aktien aus der Halbleiterbranche gehörten zu den Tagesgewinnern. So erholte sich der Titel des Chipproduzenten Fujitsu um 2,9 % auf 389 Yen. Der Anteilschein von Advantest, der Nr.1 unter den Herstellern von Testgeräten für Microchips, sprang um 2,6 % auf 4.700 Yen.

Ganz oben auf der Verkaufsliste stand der Titel des Schiffbauers Mitsui Engineer & Shipbuilding mit einem Verlust von 8,39 % auf 131 Yen.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Euro: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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