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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


23. Mai 2003, 11:44

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die Aktienkurse in Frankfurt entwickelten sich lange seitwärts. Es fehlten die Impulse, die eine bestimmte Richtung vorgegeben hätten. Der Handel verlief entsprechend ruhig. Gegen Nachmittag belebte sich dann das Geschehen ein wenig. Die gute Eröffnung der Börsen in den USA sorgte bei den Händlern für gute Stimmung. Der Dax-Index stieg um 1,34 % auf 2.865,21 Punkte. Tagesverlierer war der Touristikkonzern TUI. Das Unternehmen veröffentlichte am Mittwoch seine Quartalszahlen, die schlechter als erwartet ausfielen. Der Irakkrieg hatte die Nachfrage nach Sommerreisen stark beeinträchtigt. Gestern stuften dann einige Investmentbanken die Aktie herab. Der Elektrokonzern Siemens gab bekannt, dass er eine Wandelanleihe mit einem Volumen von rund 2,5 Mrd. Euro emittieren will. Außerdem soll eine normale Anleihe weitere 5 Mrd. Euro erbringen. Das Unternehmen will sich damit frisches Kapital beschaffen. Aktionäre kritisierten die Ausgabe der Wandelanleihen. Durch das Optionsrecht der Anleihebesitzer dürften zukünftig neue Aktien emittiert werden. Dies verwässert die Rechte der Altaktionäre. Altana legte um 5,99 % auf 52,19 Euro zu. Das Pharmaunternehmen hatte gemeldet, dass das Patent des Magenmedikaments Pantoprazol in den USA verlängert wurde. Pantoprazol ist eines der Verkaufsschlager von Altana.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Die deutschen Technologiewerte holten gestern einen Teil ihrer Verluste, die sie in den letzten Tagen erlitten hatten, wieder auf. Einige erfreuliche Unternehmensnachrichten sorgten für den Aufwärtstrend, der sich am Nachmittag dank der freundlichen US-Börsen noch verstärkte. Der TecDax kletterte um rund 3 % auf 382,94 Zähler. Im Mittelpunkt des Anlegerinteresses stand Jenoptik. Das ostdeutsche Technologieunternehmen legte seine Zahlen für das erste Quartal vor. Der Verlust hatte sich im Vergleich zum Vorjahresquartal vergrößert. Allerdings bestätigte Jenoptik die Geschäftsprognose für das Jahr 2003. Der Titel verbesserte sich um 4,7 % auf glatt 10,00 Euro. Der Internetzugangsdienst T-Online verteuerte sich um rund 4 % auf 7,35 Euro. Das Unternehmen verhandelt mit Walt Disney, um ihren Kunden Videofilme gegen Gebühr bereitzustellen. T-Online hatte in den letzten Monaten seine lukrativen Bezahldienste systematisch ausgebaut. Das Unternehmen verspricht sich durch das neue Angebot steigende Umsätze und Gewinne.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die amerikanischen Anleger bewerteten die Wirtschaftsaussichten zusehends besser. Der US-Notenbankpräsident Alan Greenspan hatte am Mittwoch vor dem Wirtschaftsausschuss des US-Kongresses einen vorsichtig optimistischen Ausblick gegeben. Er hatte betont, dass ein starker Anstieg der Produktivität und eine bessere Stimmung der Verbraucher den Aufschwung unterstütze. Marktbeobachter wiesen darauf hin, dass alle denkbar schlechten Nachrichten bereits in den Kursen berücksichtigt seien. Es gebe keinen Grund mehr, dass die Notierungen nicht anziehen könnten. Der Dow-Jones-Index steigerte sich um 0,91 % auf 8.594,02 Stellen. Die amerikanischen Tabakwerte verbuchten Kursgewinne. Einige Investmentbanken hoben zuvor ihre Sektorbewertung an. Sie schätzten die Zukunftsaussichten der Branche besser ein, da ein Berufungsgericht eine milliardenschwere Schadensersatzklage abgelehnt hatte. Die Analysten bewerteten das Urteil als einen großen juristischen Sieg. Altria, die Muttergesellschaft des Tabakunternehmens Philip Morris, gewann um 7,18 % auf 41,05 US-Dollar hinzu. Der Telekomausrüster Ciena gab um 7,6 % auf 4,97 US-Dollar nach. Das Unternehmen hatte vor Börsenbeginn für das abgelaufene Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang bekannt gegeben. Zudem kündigte Ciena an, dass sich die Erlöse im laufenden Quartal schlechter als vom Markt erwartet entwickeln werden.

Am Rentenmarkt kletterten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 38/32 auf 117 18/32. Die Rendite fiel damit auf 4,28 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Am japanischen Aktienmarkt ging es zum Wochenausklang aufwärts. Investoren äußerten sich optimistisch, dass die amerikanische Wirtschaft demnächst anziehen werde. Dies dürfte auch die Konjunktur Japans beleben. Die japanische Wirtschaft ist sehr exportlastig. Der Nikkei-225-Index erholte sich um 1,7 % auf 8.184,76 Punkte. Er machte damit seine Kursverluste der zurückliegenden Woche wieder gut. Aktien von international ausgerichteten Technologiewerten waren in Tokio sehr gefragt. Händler beobachteten, dass vermehrt ausländische Anleger die Titel gekauft hätten. In den letzten Wochen erhöhten Analysten die Gewinnprognosen für diese Unternehmen. Sie hofften, dass die Firmen durch eine anziehende US-Wirtschaft ebenfalls profitieren werden. Der Elektronikkonzern Sony legte um rund 4,29 % auf 3.040 Yen zu. Der Computerhersteller NEC verbesserte sich um 5,19 % auf 466 Yen. Nintendo, einer der weltweit führenden Produzenten von Computerspielen, sackte um 2,83 % auf 8.250 Yen ab. Das Unternehmen prognostizierte enttäuschende Geschäftszahlen. Hintergrund des mäßigen Ausblicks könnten Probleme mit der Spielkonsole GameCube sein. Beobachter hatten berichtet, dass die Lagerbestände des Produkts in den letzten Monaten angestiegen waren. Dies könnte auf eine Nachfrageschwäche hinweisen.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Euro: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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