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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


21. Mai 2003, 13:20

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die Frankfurter Aktienkurse fingen den Tag positiv an. Am Nachmittag kamen dann jenseits des Atlantiks negative Signale; Die US-Börsen hatten einen schlechten Start erwischt. Da in Deutschland gute Nachrichten Mangelware waren, beugten sich die Notierungen den Vorgaben aus den USA. Der Dax-Index fiel um 0,41 % auf 2.838,93 Punkte. Die Deutsche Telekom verbesserte sich am Tag der Hauptversammlung um 2,67 % auf 11,90 Euro. Der Vorstandsvorsitzende Kai-Uwe Ricke hatte in seiner Rede vor den Aktionären bekräftigt, in diesem Geschäftsjahr wieder Gewinne einfahren zu wollen. Die Investmentbank WestLB Panmur erhöhte ihre Prognosen für das Gesamtjahr. Der Stahlkonzern ThyssenKrupp verbilligte sich um 1,33 % auf 8,89 Euro. Zuvor hatten einige Researchhäuser die Aktie heruntergestuft. Das Unternehmen hatte vom Großaktionär Iran 16,9 Mio. Aktien zurückgekauft. Die Analysten kritisierten, dass der Kaufpreis mit 24 Euro je Aktie viel zu hoch gewesen sei. Der Touristikkonzern TUI gab um weitere 1,99 % auf 10,85 Euro nach. Beobachter vermuteten, dass es in den nächsten Tagen zu weiteren Terroranschlägen kommen könnte. Das deutsche Außenministerium und die USA hatten entsprechende Warnungen ausgesprochen. Terrorattacken dämpfen die Reisefreudigkeit der Europäer. Sie vermeiden, in gefährdete Länder zu reisen.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Bei den deutschen Technologieaktien ging es abermals ausgesprochen ruhig zu. Kursbestimmende Nachrichten waren einmal mehr Mangelware. Investoren orientierten sich stattdessen an charttechnischen Indikatoren. Sie wiesen darauf hin, dass einige kurzfristige Kennzahlen Verkaufssignale erzeugt hätten. Sie verkauften deswegen Aktien von im TecDax vertretenen Unternehmen. Der Index verlor um 1,1 % auf 383,48 Zähler. Das Halbleiterunternehmen Aixtron verbilligte sich um 7,6 % auf 2,78 Euro. In den letzten Tagen hatte sich der Aktienkurs in einer engen Handelsspanne bewegt. Da er die Unterstützungslinie bei 3 Euro nach unten durchbrochen hatte, schwenkte die Aktie in einen Abwärtstrend ein. Beobachter wiesen darauf hin, dass die nächste Auffangmarke im Bereich zwischen 2,30 und 2,40 Euro liege. Der Scheckkartenhersteller Winter rutschte um 3,1 % auf 2,19 Euro nach unten. Das Unternehmen fährt schon seit längerer Zeit Verluste ein. Winter verkündete, dass sich der Verlust im ersten Quartal verdoppelt hatte. Die Nachfrage nach den Produkten des Unternehmens war zurückgegangen.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

In New York befürchteten die Anleger neue Anschläge von Terroristen. Zuvor hatte die Heimatschutzbehörde die Warnstufe vor Anschlägen auf die zweithöchste Stufe angehoben. Die veröffentlichten Unternehmensnachrichten fielen gemischt aus. Sie konnten keine Trendumkehr herbeiführen. Der Nasdaq-Composite-Index fiel leicht um 0,1 % auf 1.491,01 Stellen. Der Dow-Jones-Index entwickelte sich nahezu seitwärts und schloss um 0,02 % niedriger bei 8.491,36 Punkten. Die Schnellrestaurantkette McDonald's gab um 6,5 % auf 16,95 US-Dollar nach. In Kanada war ein neuer BSE-Fall aufgetaucht. Beobachter gingen davon aus, dass die Verbraucher daher weniger Hamburger konsumieren werden. Das darin enthaltene Rindfleisch ist ein potentieller Risikofaktor, um an BSE zu erkranken. Die Baumarktkette Home Depot verteuerte sich um 9,26 % auf 30,67 US-Dollar. Das Unternehmen hatte einen sehr guten Quartalsbericht veröffentlicht. Der Gewinn im letzten Quartal war angestiegen. Außerdem bekräftigte Home Depot die Prognose für das laufende Geschäftsjahr. Der Computerhersteller Hewlett-Packard hatte nachbörslich ein Quartalsergebnis mitgeteilt. Im regulären Handel hielten sich die Anleger deswegen zurück. Der Aktienkurs schloss unverändert bei 17,05 US-Dollar. Die Zahlen fielen besser als erwartet aus. Der Gewinn je Aktie vor Sonderposten hatte 0,29 US-Dollar betragen. Der Markt hatte mit einem Wert von 0,29 US-Dollar gerechnet. Im nachbörslichen Handel zog der Aktienkurs kräftig an. Wir erwarten, dass der Aufwärtstrend heute anhalten wird.

Am Rentenmarkt fielen die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 0,58 % auf 115,28. Die Rendite gab damit auf 4,35 % nach.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Japan wurde die Abwertung des Yen schon wieder gestoppt. Der Wechselkurs zum US-Dollar fiel auf 115,07 Yen/US-Dollar. Der Yen notierte letztmals Anfang 2001 so niedrig. Auf Grund der Yenaufwertung verkauften Anleger Aktien von exportorientierten Unternehmen. Der Nikkei-225-Index verlor um 0,5 % auf 8.018,51 Punkte. Der bekannte amerikanische Börsenguru George Soros hatte in einem Interview bekannt, dass er von einem weiter fallenden US-Dollar ausgehe. Er halte derzeit Verkaufsoptionen auf die amerikanische Währung. Anleger vermuteten deshalb, dass der US-Dollar seine Talfahrt weiter fortsetzen werde. Da ein starker Yen die Exporte heimischer Unternehmen behindert, trennten sie sich von den Beständen an Exportwerten. Honda verbilligte sich um rund 1,5 % auf 3.950 Yen. Falls die heimische Währung um 1 Yen aufwertet, sinkt der Betriebsgewinn des Automobilunternehmens um rund 14 Mrd. Yen. Der ebenfalls exportstarke Konkurrent Toyota Motor gab um 1,1 % auf 2.665 Yen nach. Fuji Film, der die Hälfte seines Umsatzes im Ausland erzielt, sackte um 2,5 % auf 3.070 Yen nach unten. Die Tageszeitung Mainichi hatte geschrieben, dass die Regierung das notleidende Kreditinstitut Resona mit einer Kapitalspritze in Höhe von 2,3 Bio. Yen unterstützen will. Japan plant, Aktien des Unternehmens zu kaufen, um das Eigenkapital der Bank zu erhöhen. Resona kletterte sprunghaft um rund 20 % nach oben und schloss bei 61 Yen.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Euro: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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