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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


22. April 2003, 12:16

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die Aktienkurse der deutschen Standardwerte tendierten am Gründonnerstag freundlich. Der Dax-Index kletterte um 2,66 % auf 2.899,78 Punkte. Er scheiterte damit knapp an der psychologisch wichtigen Marke von 2.900 Stellen. Am Morgen hatte der finnische Mobiltelefonhersteller Nokia positive Quartalszahlen veröffentlicht. Dies hob die Stimmung unter den Anlegern sichtlich. Lediglich drei der dreißig im Dax-Index vertretenen Aktien schlossen mit einem Minus. Der finnische Weltmarktführer Nokia hatte Quartalszahlen veröffentlicht, die besser als erwartet ausgefallen waren. Insbesondere der freundliche Ausblick beeindruckte den Markt. Investoren kauften deshalb Aktien von Technologieunternehmen. Der Elektrokonzern Siemens, der unter anderem Mobiltelefone produziert, verteuerte sich um 2,07 % auf 43,92 Euro. Infineon legte um 3,86 % auf 7,53 Euro zu. Die Deutsche Telekom schob sich um 2,88 % nach vorne und schloss bei 12,15 Euro. Das Softwareunternehmen SAP legte seine Quartalszahlen vor. Das Unternehmen hatte seinen Gewinn im Vergleich zum Vorjahr gesteigert. Allerdings war der Umsatz gesunken. SAP konnte jedoch durch Kosteneinsparungen gegen die niedrige Nachfrage ankämpfen. Heute Morgen teilte der Halbleiterkonzern Infineon sein Quartalsergebnis mit. Im ersten Quartal war der Verlust vor Steuern und Zinsen auf 223 Mio. Euro angewachsen. Beobachter hatten mit einem Wert von 152 Mio. Euro gerechnet. Zudem hielt sich der Halbleiterproduzent mit einer Prognose zurück. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Lage sei es schwierig, eine Orientierung vorzugeben. Wir erwarten, dass der Aktienkurs heute auf Grund der enttäuschenden Quartalszahlen sinken wird.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Die deutschen Technologiewerte profitierten ebenfalls von den erfreulichen Quartalszahlen von Nokia. Allerdings war der Kursaufschwung nicht so dynamisch wie bei den Standardwerten. Der TecDax stieg um 1,2 % auf 373,96 Zähler. Händler wiesen darauf hin, dass der Index charttechnisch gut aussehe. Der Aufwärtstrend sei intakt. Der Kursbarometer der deutschen Technologiewerte könne ohne weiteres noch auf über 400 Punkte klettern. Das Telekommunikationsunternehmen MobilCom setzte seine Aufwärtsbewegung fort. Der Wert verteuerte sich um 6,3 % auf 4,90 Euro. Beobachter unterstrichen, dass der Titel charttechnisch nach oben ausgebrochen sei. Deshalb habe der Aktienkurs jetzt Potential, um bis auf 5,60 Euro zu steigen. Dort liege der nächste markante Widerstand. Das Halbleiterunternehmen Aixtron verbesserte sich um 4,7 % auf 3,12 Euro. Zuvor hatte die Berenberg Bank ihre Empfehlung bestätigt, die Aktie zu kaufen. Der Markt für LEDs sei derzeit attraktiv, da es zu einem neuen Investitionszyklus kommen könne. Die Bank untermauerte ihre Analyse mit dem Quartalsergebnis des Aixtron-Konkurrenten Cree. Beide stellen in erster Linie LEDs her.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

In New York dauerten die Osterfeiertage nur bis Sonntag. Gestern wurde jenseits des Atlantiks schon wieder gehandelt. Der Dow-Jones-Index sank leicht um 0,1 % auf 8.328,90 Punkte. Dem technologieorientierten Nasdaq-Composite-Index erging es ähnlich. Er gab um 0,1 % auf 1.424,37 Zähler nach. Investoren hielten sich angesichts der laufenden Quartalssaison zurück. Auch diese Woche veröffentlichten einige Indexschwergewichte ihre Quartalszahlen. Davor wollten die Investoren keine größeren Positionen mehr eingehen. Der Pharmakonzern Merck & Co. legte um 1,96 % auf 56,96 US-Dollar zu. Das Unternehmen hatte vor Börsenbeginn verkündet, dass der Gewinn im ersten Quartal um 5 % angestiegen sei. Zudem erneuerte der weltweit drittgrößte Medikamentenproduzent seine Prognose für das Gesamtjahr. AMR raste um rund 23 % nach unten auf 3,85 US-Dollar. Die Insolvenz des Tochterunternehmens American Airlines ist wieder wahrscheinlicher geworden. Letzte Woche hatte die angeschlagene Fluggesellschaft mit den Gewerkschaften einen Lohnverzicht ausgehandelt, um den Konkurs abzuwenden. Neuerdings lehnen die Arbeitnehmer das Verhandlungsergebnis ab. Sie zeigten sich über lukrative Gehaltspläne für Führungskräfte verärgert. Falls die Gewerkschaften ihre Zugeständnisse zurücknehmen, droht der Konkurs.

Am Rentenmarkt fielen die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 3/32 tiefer bei 107 5/32. Die Rendite betrug damit 4,90 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Tokio sank der Nikkei-225-Index um 2,2 % auf 7.790,46 Stellen. Im Handelsverlauf hatte der Index noch ein neues Zwanzigjahrestief erreicht. Er konnte sich jedoch gegen Schluss der Börsensitzung wieder erholen. Beobachter zeigten sich darüber besorgt, dass sich die US-Wirtschaft nicht so schnell erholen werde. Die Kosten des Irakkrieges in Höhe von schätzungsweise 80 Mrd. US-Dollar seien eine schwere Hypothek für die amerikanischen Finanzen. Die Ausgaben würden den Spielraum für weitere Steuererleichterungen einschränken. Anleger diskutierten erneut, ob die privaten Pensionsfonds Aktien von japanischen Standardwerten verkaufen werden. Die Regierung hatte im letzten April ein Gesetz erlassen, wonach die Fonds Aktien veräußern können, die sie zuvor von der Regierung geliehen hatten. Sie können dann den Erlös der Regierung zurückgeben. Standardwerte gerieten deshalb unter Abgabedruck. NTT DoCoMo, das größte Mobiltelefonunternehmen Japans, verbilligte sich um 3,6 % auf 240.000 Yen. Das Automobilunternehmen Honda Motor verlor um 1,8 % auf 3.780 Yen. Der Elektrokonzern Sony gab um 2,1 % auf 3.790 Yen nach. CapCom, ein wichtiger Produzent von Videospielen, sackte um weitere rund 16 % auf 950 Yen ab. Das Unternehmen hatte am letzten Freitag mitgeteilt, dass es einen Verlust erwirtschaftet hatte, der größer als erwartet ausfiel. Daraufhin senkten einige Investmentbanken ihre Einschätzungen für das Papier. Seit Bekanntgabe der Zahlen fiel der Aktienkurs um insgesamt ein Drittel.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Euro: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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