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Montag, 13. Oktober 2008  Mail-Kontakt   Impressum
Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


16. April 2003, 12:09

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die deutschen Anleger blickten gestern zuversichtlich in den Tag. Erfreuliche Unternehmenszahlen, die wichtige Firmen aus den USA am späten Montag veröffentlicht hatten, hoben die Stimmung an. Sie hofften, dass sich der positive Trend der laufenden Berichtssaison fortsetzen werde. Zudem legte der ZEW-Konjunkturindex zu und lag über den Markterwartungen. Dies ist ein weiteres Zeichen, dass es mit der Weltwirtschaft und damit auch mit den Unternehmensgewinnen aufwärts gehen könnte. Der Dax-Index rückte um 2,06 % auf 2.834,12 Punkte nach vorne. Die deutschen Finanz- und Versicherungswerte waren erneut gefragt. Am Vortag hatten wichtige amerikanische Konkurrenten wie Citigroup, Banc of America oder Fannie Mae gute Quartalszahlen veröffentlicht. Investoren hofften deswegen, dass auch die deutschen Banken ihre Ertragskrise überwunden haben. Die HypoVereinsbank legte um 10,06 % auf 9,19 Euro zu. Die Commerzbank verteuerte sich um 5,60 % auf 7,92 Euro. Schließlich verbesserte sich die Deutsche Bank um 1,61 % auf 44,70 Euro. Der Versicherungskonzern Allianz schnellte um rund 11 % nach oben und schloss bei 56,53 Euro. Das Unternehmen emittiert neue Aktien und will damit insgesamt rund 4,4 Mrd. Euro einnehmen. Beobachter vermuteten, dass durch das zusätzliche Kapital das zukünftige Gewicht des Unternehmens im Dax-Index von jetzt 4,1 auf über 6 % steigen könnte. Dies mache den Wert für institutionelle Anleger attraktiver. Die Zusammensetzung des Börsenbarometers für die deutschen Standardwerte wird am 20. Juni zum nächsten Mal neu festgesetzt. Die Deutsche Telekom gewann um 2,2 % auf 11,87 Euro hinzu. Das Unternehmen rechnet neuerdings damit, dass sich der Jahresüberschuss im laufenden Geschäftsjahr deutlich verbessern werde. Ein höherer Betriebsgewinn, weniger Abschreibungen und geringere Zinskosten könnten den letztjährigen Verlust schrumpfen lassen oder sogar in einen Gewinn verwandeln.

Aktueller Trend TecDax: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Die deutschen Technologiewerte legten ebenfalls deutlich zu. Händler berichteten, dass Anleger nicht nur Indexschwergewichte gekauft hätten. Sie hätten sich auch für Nebenwerte interessiert. Dies sei ein gutes Zeichen, da der Kursaufschwung eine breitere Basis habe. Erste Beobachter redeten sogar schon von einem Stimmungswandel. Wir teilen jedoch diese Euphorie nicht. Der TecDax kletterte um 1,4 % auf 364,61 Stellen. Halbleiterwerte waren bei den Investoren besonders beliebt. Der japanische Halbleiterverband hatte mitgeteilt, dass der Umsatz von Halbleiterausrüstung im Februar wiederum gestiegen sei. Es handele sich um den mittlerweile sechsten monatlichen Zuwachs in Folge. Aixtron verbesserte sich um 3,2 % auf 2,92 Euro. Epcos steigerte sich um 1,7 % auf 12,35 Euro. Elmos Semiconductor stieg um 5,3 % auf 6,32 Euro. Die Investmentbank Merrill Lynch hatte die Aktie in einer Erstbewertung mit "Kaufen" eingestuft. Die Bank vermutet, dass die Aktie in einem Jahr bei 7,50 Euro stehen könnte.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Nach Börsenschluss veröffentlichten die Indexschwergewichte Microsoft und Intel ihre Quartalsberichte. Anleger erwarteten, dass beide Unternehmen erfreuliche Zahlen verkünden werden. Sie deckten sich deshalb im Vorfeld mit Technologiewerten ein. Vor Handelsstart hatte das Automobilunternehmen General Motors allerdings eher ernüchternde Ergebniszahlen bekannt gegeben. Dies grenzte den Kursaufschwung etwas ein. Insgesamt stieg der Dow-Jones-Index um vergleichsweise magere 0,6 % auf 8.402,36 Stellen. General Motors hatte mitgeteilt, dass der Gewinn im ersten Quartal kräftig gewachsen sei. Das gute Ergebnis sei entstanden, da der Konzern seine Rüstungssparte verkauft habe. Allerdings bezweifelte das Automobilunternehmen, ob es die eigene Gewinnprognose für das Jahr 2003 von 5 US-Dollar je Aktie erreichen könne. Der Aktienkurs fiel um 2,6 % auf 35,17 US-Dollar. Novellus Systems sackte um 3,9 % auf 26,28 US-Dollar nach unten. Das Unternehmen hatte am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben, dass die Aufträge zurückgegangen seien. Novellus ist der drittgrößte US-Hersteller von Maschinen für die Halbleiterproduktion. Die Tabakfirma Altria legte um mehr als 3 % auf 32,45 US-Dollar zu. Zuvor hatte ein Gericht beschlossen, dass das Tochterunternehmen Philip Morris deutlich weniger Kaution zahlen muss, um Berufung in einem Schadensersatzfall einzulegen. Damit wird vorerst der Konkurs des Unternehmens vermieden.

Am Rentenmarkt kletterten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 24/32 auf 106 2/32. Die Rendite betrug damit 4,93 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Tokio schlossen sich der Aktienmarkt dem allgemeinen Aufwärtstrend an. Anleger kauften insbesondere Aktien von Unternehmen des Computersektors. Zuvor hatten der Softwaregigant Microsoft und der weltweit führende Halbleiterproduzent Intel Quartalszahlen vorgelegt, die besser als erwartet ausgefallen waren. Die Kurszuwächse fielen jedoch bescheiden aus. Die Marktteilnehmer erinnerten sich gleichzeitig daran, dass die japanische Wirtschaft in einer schlechten Verfassung ist. Die jüngsten Konjunkturdaten hatten darauf hingedeutet, dass der zarte Aufschwung schon wieder vorüber sein könnte. Der Nikkei-225-Index erhöhte sich um 0,5 % auf 7.879,49 Punkte. Anleger deckten sich mit Aktien von Computerunternehmen ein. Zuvor hatte Intel, das weltweit größte Halbleiterunternehmen, in den USA nachbörslich seine Quartalszahlen vorgelegt. Intel hatte einen Gewinn in Höhe von 0,14 US-Dollar je Aktie erreicht. Der Umsatz hatte 6,75 Mrd. US-Dollar betragen. Der Markt rechnete mit einem Gewinn je Aktie von 0,12 US-Dollar. Tokyo Electron, der weltweit zweitgrößte Hersteller von Halbleiterproduktionsmaschinen, verteuerte sich um 6,2 % auf 4.470 Yen. Advantest, der weltweit wichtigste Hersteller von Apparaten, um Halbleiter zu testen, gewann um 4,6 % auf 4.060 Yen hinzu. Fujitsu, ein großer Kunde von Intel, legte um 2,9 % auf 324 Yen zu. Sankyo Seiki Manufacturing schnellte um weiter rund 14 % auf 272 Yen nach oben. Gestern war die Aktie schon um 27 % angestiegen. Das Unternehmen hatte eine Linse entwickelt, die in Mobiltelefonen eingebaut werden kann. Das Unternehmen erwartet, dass der Umsatz der Zoomlinse jährlich rund 7 Mrd. Yen erreichen wird.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Euro: kurzfristig seitwärts, mittelfristig fallend.




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