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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


27. Januar 2003, 11:21

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Am Freitag belasteten in Frankfurt ein weiter steigender Euro und andauernde Kriegsängste die Aktienkurse. Anleger hielten sich zurück, da heute die US-Waffeninspektoren ihren vorläufigen Bericht vorlegen werden und US-Präsident George W. Bush morgen eine viel erwartete Rede halten wird. Der Dax-Index fiel um 3,2 % Auf 2.717,82 Punkte. Analysten wiesen darauf hin, dass der starke Euro das Geschäft des Chemiekonzerns Bayer behindere. Das Unternehmen produziere viel im Euroraum und exportierte einen Großteil der Produkte in die USA. Bayer sei deswegen für Wechselkursschwankungen besonders anfällig. Der Wert verlor um 5,44 % auf 17,22 Euro. Die Deutsche Lufthansa gab um 4,03 % auf 8,34 Euro nach. Der Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley erwartet für das laufende Geschäftsjahr einen sinkenden operativen Gewinn. Zudem äußerten sich einige Analysten negativ über die Aktie. Investoren nahmen bei dem Elektronikonzern Siemens Gewinne mit. Nach den guten Ergebniszahlen vom Donnerstag war der Aktienkurs deutlich angestiegen. Investoren nutzten das erhöhte Niveau, um die Aktie zu verkaufen. Der Titel gab um 7,41 % auf 37,21 Euro nach.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Anleger am Neuen Markt warteten ebenfalls ab. Die Umsätze blieben dünn, der Handel war lustlos. Am Nachmittag vergrößerte der Nemax-50-Index seine Verluste, da die Vorgaben durch die deutschen Standardwerte und die amerikanische Börse negativ waren. Der Index fiel um 2,4 % auf 364,06 Zähler. Die Privatbank Trinkaus & Burkhart stufte den Halbleiterwert Süss MicroTec von "Hinzufügen" auf "Reduzieren" herab. Die Bank erwartet einen zukünftigen Aktienkurs von 2,50 Euro. Die bevorstehenden Quartalszahlen könnten die Anleger enttäuschen, da der Umsatz wahrscheinlich lau ausfallen werde. Der Titel verbilligte sich um 8,6 % auf 2,56 Euro. MobilCom legte um 4,7 % auf 3,33 Euro zu. Das Telekommunikationsunternehmen zeigte sich zuversichtlich, dass es bis Ende März zumindest das UMTS-Netz verkaufen könne. Es bestehe aus 900 Basisstationen.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die Furcht vor einem bevorstehenden Irakkrieg war auch an der Wall Street das beherrschende Thema. Es kursierten wilde Gerüchte und Spekulationen.In der Zwischenzeit legten der Öl- und der Goldpreis nochmals deutlich zu. Investoren flüchteten in vermeintlich sichere Geldanlagen. Der Dow-Jones-Index fiel um 2,85 % auf 8.131,01 Stellen. Der technologieorientierte Nasdaq-Composite-Index gab sogar um 3,32 % auf 1.342,14 Punkte nach. Das Versicherungsunternehmen American International Group sank um rund 8 % auf 56,04 US-Dollar. Zuvor hatte die Investmentbank Morgan Stanley den gesamten Schadensversicherungssektor heruntergestuft. Die weiterhin schwache US-Konjunktur schwäche auch die Nachfrage nach Versicherungen. Nortel Networks verbesserte sich um 7,5 % auf 2,58 US-Dollar. Das Netzwerkunternehmen hatte einen zwölften Quartalsverlust in Folge vorgelegt. Allerdings kündigte Nortel für das zweite Quartal 2003 an, wieder Gewinne zu erzielen.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 14/32 höher und schlossen bei 107 26/32. Damit ergab sich eine Rendite von 4,86 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Die japanischen Aktien reihten sich in die weltweite Kursverluste ein. Der Irakkrieg war auch in Fernen Osten das beherrschende Thema. Händler verkauften Aktien von exportstarken Unternehmen. Sie erwarteten, dass ein möglicher Kriegsausbruch das Vertrauen der US-Verbraucher erschüttern werde. Der Nikkei-225-Index rutschte um 1,4 % auf 8.609,47 Punkte nach unten. Die japanische Regierung hatte verkündet, dass der japanische Handelsbilanzüberschuss im Dezember um mehr als ein Drittel gesunken war. Die Exporte hätten sich schwach entwickelt. Marktteilnehmer verkauften deshalb Aktien von exportorientierten Firmen. Der Bürogerätehersteller Canon, der rund 70 % seines Umsatzes im Ausland erzielt, verbilligte sich um 2,6 % auf 4.140 Yen. Matsushita Electric Industrial, das rund ein Drittel seiner Produkte ins Ausland liefert, verlor um rund 3 % auf 1.177 Yen. Der Unterhaltungselektronikhersteller Pioneer, der 60 % der Waren in Übersee absetzt, fiel um 1,8 % auf 2.165 Yen. Nippon Telegraph % Telephone (NTT) gab um rund 5 % auf 421.000 Yen nach. Die Tageszeitung Nihon Kezai hatte in ihrer Sonntagsausgabe berichtet, dass zwei Konkurrenten demnächst einen Internettelefondienst anbieten wollen. Die Daten sollen über Glasfaser geleitet werden.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: kurzfristig ansteigend, mittelfristig fallend.




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