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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


24. Januar 2003, 11:02

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Bei den deutschen Standardwerten kam es gestern zu einer Berg- und Talfahrt. Die Aktienkurse starteten hoffnungsfroh in den Handel. Dann bröckelten die Notierungen wieder ab, da Anschlusskäufe fehlten. Am späten Nachmittag rettete sich der Dax-Index dann aber wieder in die Gewinnzone. Insgesamt stieg er leicht um 0,28 % auf 2.811,22 Punkte an. Charttechniker vermuteten jedoch, dass die seit Mittwoch andauernde Aufwärtsbewegung eine Bärenmarktrallye sei. Tagesgewinner war der Münchener Elektrokonzern Siemens. Das Unternehmen glänzte mit guten Quartalszahlen. Das Ergebnis fiel besser als vom Markt erwartet aus. Der Titel legte um 4,88 % auf 40,19 Euro zu. Der Softwarehersteller SAP profitierte von den guten Quartalszahlen der amerikanischen Konkurrenten Siebel Systems und PeopleSoft. Anleger hofften, dass sich in den letzten Monaten auch das Geschäft von SAP positiv entwickelt habe. Der Wert verbesserte sich um rund 4 % auf 88,24 Euro. Die Deutsche Lufthansa verbilligte sich um 3,44 % auf 8,69 Euro. Zuvor hatte der Finanzvorstand Karl-Ludwig Kley vermutet, dass das laufende Jahr keinesfalls besser als das Jahr 2002 werde. Er erwartet, dass in diesem Jahr der operative Gewinn sinken werde.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Das deutsche Wachstumssegment koppelte sich von der Entwicklung bei den Standardwerten ab. Auf Grund der anfänglich schlechten Vorgaben von der Wall Street zog es die Aktienkurse am Nachmittag in den Keller. Der Nemax-50-Index fiel um 0,7 % auf 373,03 Zähler. Das Halbleiterunternehmen Süss MicroTec verlor um 0,7 % auf 2,80 Euro. Das Unternehmen hatte am Morgen ein Quartalsergebnis vorgelegt, dass die Erwartungen enttäuschte. Der Umsatz war schlechter als vermutet ausgefallen. Biolitec raste um rund 40 % nach oben auf 3,40 Euro. Das Biotechnologieunternehmen hatte verkündet, dass der Patentschutz für Foscan verlängert wurde. Die Ausweitung sichert den hohen Verkaufspreis für eine längere Zeit. Beobachter wiesen darauf hin, dass die Maßnahme den Unternehmensgewinn erhöhen werde. Die heftige Kursbewegung sei aber übertrieben.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

In den USA hatten entweder am Mittwoch nach Börsenschluss oder am Donnerstagmorgen zahlreiche Technologiefirmen erfreuliche Quartalszahlen berichtet. Anleger kauften daraufhin insbesondere Aktien von Unternehmen aus dem Technologiesektor. Der Nasdaq-Composite-Index kletterte um 2,1 % auf 1.388,27 Stellen. Der Softwarehersteller QualComm hatte am Mittwochabend berichtet, dass der Jahresüberschuss im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres um 73 % gestiegen sei. Gleichzeitig hob Qualcomm die Prognosen für das laufende Quartal und für das Gesamtjahr an. Der Aktienkurs verteuerte sich um 3,4 % auf 37,93 US-Dollar. Das Telekommunikationsunternehmen AT&T brach um rund 19 % auf 20,49 US-Dollar ein. Der Konzern rechnet neuerdings in diesem Jahr mit einem geringeren Umsatzwachstum als im letzten Jahr. AT&T sehe für die Branche noch keine deutliche Trendwende.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 21/32 tiefer und schlossen bei 107 6/32. Damit ergab sich eine Rendite von 4,9 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

In Tokio wertete der Yen gegenüber dem US-Dollar erneut auf. Beobachter befürchteten deshalb, dass dadurch die Exporte japanischer Unternehmen sinken werden. In den letzten Monaten war der Außenbeitrag der einzige Wachstumsfaktor der japanischen Wirtschaft. Die Binnennachfrage hatte sich lau entwickelt. Der Nikkei-225-Index sank um 0,7 % auf 8.731,65 Punkte. Tokyo Electron, führender Hersteller von Maschinen für Halbleiterfabriken, verbilligte sich um 1,8 % auf 5.960 Yen. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass die Nettoaufträge im letzten Quartal lediglich 66,4 Mrd. Yen betragen hätten. Ursprünglich war Tokyo Electron von 70 Mrd. Yen ausgegangen. Das Projektentwicklungsunternehmen Kumugai Gumi war der Tagesgewinner unter den japanischen Standardwerten. Der Aktienkurs schnellte um rund 40 % nach oben und schloss bei 21 Yen. Die Tageszeitung Nihon Kezai hatte geschrieben, dass die Bank Sumitomo Mitsui Financial das hochverschuldete Unternehmen mit 250 Mrd. Yen unterstützen will. Die Bank will auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten und Kredite in Eigenkapital des Unternehmens umwandeln.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: kurzfristig ansteigend, mittelfristig fallend.




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