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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


08. November 2002, 11:30

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Der deutsche Aktienindex DAX schloss am Donnerstagabend mit einem kräftigen Kursverlust von 4,34 % auf 3.155,66 Punkte. Auf die Entscheidung der Europäischen Zentralbank EZB, die Leitzinsen unverändert zu belassen, reagierten enttäuschte Marktteilnehmer mit Gewinnmitnahmen. Zudem wurde die Zinssenkungsmaßnahme der US-Notenbank vom Vortag teilweise als "Panikreaktion" interpretiert, wodurch die Aktienmärkte zusätzlich belastet wurden. Vor Handelsschluss erholte sich jedoch der Leitindex wieder. Zu den Tagesverlierern zählten vor allem Technologie- und Finanzwerte.

Nur drei Titel schlossen mit positivem Vorzeichen. Die Aktie von Fresenius Medical Care verbesserte sich um 2,56 % auf 34,49 Euro, während der Schering-Titel um 0,65 % auf 48,14 Euro fester tendierte. Henkel-Papiere zogen um 0,79 % auf 66,40 Euro an.

Als schwächster DAX-Wert erwies sich der Titel des Chipherstellers Infineon mit einem Minus von 9,69 % auf 10,25 Euro. Die Siemenstochter Epcos verbilligte sich um 6,48 % auf 11,97 Euro. Im Schatten der Zinsentscheidung fiel der Titel von Bayer um 4,75 % auf 19,45 Euro zurück, obwohl der Chemie- und Pharmakonzern in den USA eine Zulassung für den Verkauf eines Präparates erhalten hatte. Die Aktie von adidas-salomon verlor trotz guter Unternehmenszahlen um 2,22 % auf 78,87 Euro.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Die deutschen Wachstumswerte standen gestern ebenfalls unter Abgabedruck. Im Umfeld einer enttäuschenden Zinsentscheidung der EZB sowie schwacher US-Vorgaben verschlechterte sich der Nemax-50 um 3,91 % auf 428,82 Punkte.

Die Aktie von EM.TV überraschte mit einem Kurssprung von 16,6 % auf 1,21 Euro, obwohl keine Unternehmensnachrichten vorlagen. Der Titel von Aixtron brach um 16,3 % auf 5,50 Euro ein, nachdem der Spezialmaschinenbauer unerwartet schwache Zahlen vorgelegt hatte. Analysten erwarten nun einen Umsatzrückgang für das folgende Geschäftsjahr. Eine deutsche Großbank sprach eine Verkaufsempfehlung aus. Obwohl Technotrans im Rahmen der Erwartungen liegende Zahlen veröffentlicht hatte, verbilligte sich das Papier um 9,9 % auf 7,62 Euro. Der Wert von MobilCom sank um 9,5 % auf 4,75 Euro. Der Großaktionär Schmid widersprach im Streit um die Treuhänderschaft Medienberichten, wonach er einen Teil seines Aktienpaketes seiner Lebensgefährtin übertragen haben soll.

Aktueller Trend in den USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die amerikanischen Aktienbörsen gingen einheitlich mit Kursverlusten aus dem Handel. Die Börsen wurden nach der unerwartet hohen Leitzinssenkung vom Vortag sowie einer Umsatzwarnung des Netzwerkspezialisten Cisco Systems für das laufende Quartal von Gewinnmitnahmen belastet. Der Dow Jones Industrial Average verlor um 2,11 % auf 8.586,24 Zähler, während der breiter gefasste S&P 500 um 2,29 % auf 902,65 Punkte zurückfiel. Der Nasdaq Composite sank um 2,98 % auf 1.376,71 Punkte.

Die Aktie von Cisco Systems, dessen Unternehmenszahlen und Geschäftsaussichten als wichtige Indikatoren für die Hochtechnologie-Branche gelten, sank um 4,71 % auf 12,35 US-Dollar. IBM-Papiere verloren um 3,18 % auf 78,95 US-Dollar, während sich der Titel des Chipherstellers Intel um 3,71 % auf 18,44 US-Dollar verbilligte.

Unter den Blue Chips erwies sich mit einem Minus von 6,62 % auf 20,60 US-Dollar die Aktie des führenden Bankhauses JP Morgan Chase als größter Tagesverlierer. Gerüchte über angebliche Verluste bei Goldspekulationen belasteten das Papier. Obwohl der Pharmakonzern Pfizer eine Zulassung wichtiger Präparate zur die Behandlung von Kindern von der Genehmigungsbehörde FDA erhalten hatte, tendierte dessen Anteilsschein um 0,18 % auf 33,58 US-Dollar leichter.

Zu den wenigen Tagesgewinnern gehörte die Aktie des Tabak- und Konsumgüterkonzerns Philip Morris mit einem Plus von 0,75 % auf 43,06 US-Dollar. Procter & Gamble-Papiere verbesserten sich um 0,17 % auf 88,01 US-Dollar. Der Titel von McDonalds profitierte von schwachen Unternehmensergebnissen seitens der Konkurrenz und schloss mit einem Plus von 1,31 % auf 19,31 US-Dollar als Tagessieger den Handel.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 2,60 % fester. Damit ergab sich eine Rendite von 4,886 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Der japanische Aktienmarkt ging heute Morgen im Sog einer schwächer tendierenden US-Börse mit Kursverlusten ins Wochenende. Der Nikkei 225 sank um 2,57 % auf 8.690,77 Zähler.

Ganz oben auf der Kaufliste stand die Aktie des Pharmakonzerns Shionogi & Co Ltd. mit einem Kurssprung von 6,43 % auf 1.606 Yen. An zweiter Stelle befand sich der Wert des Stahlproduzenten Sumitomo Metal Industries mit einem Kursgewinn von 4,44 % auf 47 Yen.

Auf der Verliererseite standen einige Vortagesgewinner. Der Titel des Telekommunikationsausrüsters Oki Electric verbilligte sich um 8,12 % auf 181 Yen. Sony-Papiere setzten ihre Verlustserie um 2,44 % auf 5.190 Yen fort.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.




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