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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


29. Oktober 2002, 10:58

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Auf dem Frankfurter Parkett ging es erneut aufwärts. Die positiven Unternehmensnachrichten überwogen. Allerdings waren die Umsätze dünn, so dass der positive Kursausschlag auch ein Zufallsprodukt sein könnte. Der Dax-Index kletterte um 3,1 % auf 3.198,96 Punkte.
Das Info-Institut hatte bekannt gegeben, dass der Geschäftsklimaindex auf 87,7 gesunken war. Beobachter hatten mit einem Stand von 88 Stellen gerechnet. Die eingetrübten Geschäftserwartungen der Unternehmen hatten jedoch auf das Marktgeschehen keinen Einfluss. Das Halbleiterunternehmen Infineon schnellte um 11,5 % auf 10,65 Euro nach oben. In letzter Zeit waren die Preise für DRAMs deutlich angestiegen. Zudem waren die Aktienkurse der amerikanischen Halbleiterhersteller gestern schwunghaft nach oben geklettert.
In den USA wurde ein Patent für das Antibiotikum Cipro des Chemieunternehmens Bayer bestätigt. Dadurch sind die weitere Umsätze des Unternehmens auf dem attraktiven amerikanischen Markt in Zukunft gesichert. Darüber hinaus verkaufte Bayer das Insektizidgeschäft an den Konkurrenten BASF. Der Aktienkurs stieg um 1,6 % auf 18,71 Euro. Das Pharmaunternehmen Schering gewann um 3,2 % auf 47,48 Euro hinzu. Anleger kauften die Aktie, da sie charttechnisch einen guten Eindruck hinterlasse. Die Unterstützung von 45 Euro sei erfolgreich getestet worden. Dies eröffne Potential nach oben.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Im deutschen Wachstumssegment erholten sich die Notierungen ebenfalls weiter. Die positive Entwicklung bei den Standardwerten trieb die Aktienkurse nach oben. Der Nemax-50-Index stieg um 3,7 % auf 434,52 Punkte. Marktteilnehmer wiesen darauf hin, dass der Widerstand bei 433 Zählern erfolgreich überwunden worden sei. Jetzt könne das Börsenbarometer auf bis zu 450 Punkte steigen.
Die am Neuen Markt notierten Halbleitertitel profitierten von den guten Vorgaben aus den USA. Dort waren am Vortag die Halbleiterwerte stark gesucht gewesen. Der Halbleiterhändler CE Consumer Electronics legte um 17,4 % auf 2,70 Euro zu. Konkurrent ACG steigerte sich um 14,4 % auf 2,15 Euro. Der Halbleiterhersteller Aixtron schnellte um 7,7 % auf 6,29 Euro in die Höhe. Schließlich verteuerte sich Süss MicroTec um 9,1 % auf 4,09 Euro.
Es kursierten Gerüchte, wonach die Direktbanken DAB und Comdirect über eine Fusion sprächen. Investoren erhofften sich durch den Zusammenschluss deutliche Synergieeffekte und legten sich beide Titel in ihr Depot. Comdirect gewann um 11,3 % auf 4,05 Euro hinzu. DAB kletterte um rund 17 % auf 3,79 Euro.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

In New York kam es zu Gewinnmitnahmen. Händler befürchteten, dass die Gewinnsituation der Unternehmen noch immer nicht befriedigend sei und sicherten ihre Kursgewinne der letzten Tage ab. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,9 % auf 8.368,04 Punkte.
Das Investmenthaus Lehman Brothers stufte die großen Banken von "Negativ" auf "Neutral" hoch. Die Befürchtungen über die schwache Wirtschaft und die mangelnde Kreditqualität sei in den Kursen bereits berücksichtigt. Zudem erhöhte die Bank ihre Einschätzung für die weltweit führenden Citigroup von "Gleichgewichten" auf "Übergewichten". Der Wert verteuerte sich um 1,7 % auf 36,30 US-Dollar. Konkurrent J. P. Morgan kletterte um 4,3 % auf 21,25 US-Dollar. Die Medikamentenhersteller Schering Plough und Merck legten um 3,8 % auf 21,13 US-Dollar beziehungsweise 2,5 % auf 54,23 US-Dollar zu. Zuvor hatte die amerikanische Arzneimittelzulassungsbehörde FDA das gemeinsame Cholesterinmedikament Zetia für den US-Markt zugelassen. Das Investmenthaus Prudential Securities erhöhte sein Kursziel für Schering Plough von 20 auf 24 US-Dollar.

An der Wall Street notierte der Kurs der richtungsweisenden Staatsanleihe mit dreißig Jahren Laufzeit um 8/32 tiefer bei 104,0. Damit ergab sich eine Rendite von 5,1 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Die japanischen Anleger agierten vorsichtig. Morgen will die Regierung ihr neues Antideflationsprogramm veröffentlichen. Im Vorfeld wollte niemand mehr größere Positionen eingehen. Dementsprechend dünn waren die Umsätze. Die Aktienkurse fielen. Der Nikkei-225-Index gab um 0,6 % auf 8.708,76 Punkte nach. Der Elektronikkonzern Sony verbilligte sich um 1,3 % auf 5.420 Yen. Das Unternehmen hatte seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr um 100 Mrd. auf 7,4 Bill. Yen gesenkt. Im Audiobereich könnte die Nachfrage erlahmen.
Am Montag hatte der Autobauer Honda Motor nachbörslich ein enttäuschendes Quartalsergebnis präsentiert. Das Unternehmen hatte mitgeteilt, dass der Gewinn im zweiten Quartal um lediglich 3,3 % gestiegen sei. Beobachter hatten mit einem Zuwachs von 34 % gerechnet. Die Nachricht wirkte nach und belastete den ganzen Automobilsektor. Honda verlor um 13,4 % auf 4.380 Yen. Konkurrent Toyota fiel um 4,2 % auf 3.000 Yen. Nissan, der drittgrößte japanische Produzent, rutschte um 3,5 % auf 955 Yen nach unten.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.




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