Börsenkommentar BB Bank
18. Oktober 2002, 11:39
Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.
In Frankfurt kam es zu einem erneuten Kursfeuerwerk. Der Dax-Index schnellte um 5,4 % auf 3.172,46 Punkte. Damit legte der Börsenbarometer der deutschen Standardwerte in den letzten sechs Handelstagen mehr als 22 % zu. Überraschend gute Quartalsergebnisse der Softwarehersteller SAP und Microsoft sowie der Technologieunternehmen IBM und Nokia hellten die Stimmung der Investoren auf.
Das Walldorfer Softwarehaus hatte vorbörslich sehr gute Quartalszahlen veröffentlicht. Obwohl das Softwarehaus seine Umsatzerwartung zurückgenommen hat, fiel der operative Gewinn mit 316 Mio. Euro besser als erwartet aus. Das Unternehmen hatte seine Kosten erheblich reduziert. Der Aktienkurs schoss um rund 25 % nach oben und schloss bei 69,12 Euro.
Das Automobilunternehmen DaimlerChrysler stieg um 7,7 % auf 37,80 Euro. Zuvor hatte der Finanzvorstand Gent das Umsatzziel für das laufende Geschäftsjahr angehoben. Vor allem in den USA sei die Nachrage sehr stark gewesen. Der Finanzdienstleister MLP war der Tagesgewinner unter den Standardwerten. Er schnellte um gut 32 % auf 11,85 Euro. Nach den Kursverlusten der vergangenen Monate hatte das Papier deutliches Nachholpotential. Neue Nachrichten wurden nicht bekannt.
Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.
Auch am Neuen Markt setzte sich der Aufwärtstrend der letzten Tage fort. Der Nemax-50-Index legte um 7,8 % auf 424,15 Punkte zu. Die zahlreichen erfreulichen Unternehmensnachrichten machten den Anlegern Appetit auf eine Herbstrallye. Allerdings blieben die Umsätze weiterhin dünn. Beobachter meinen, dass sich kaum jemand noch für das deutsche Wachstumssegment interessiere. Die Halbleiterwerte wurden durch den guten Ausblick des amerikanischen Branchenriesen Advanced Micro Devices gestützt. AMD erwartet für das vierte Quartal einen höheren Umsatz. Aixtron kletterte um 19,2 % auf 6,78 Euro. Kontron Embedded steigerte sich um 21,2 % auf 2,86 Euro. Süss MicroTec verteuerte sich um 23,1 % auf 4,00 Euro.
Unternehmen, die im Mobiltelefongeschäft tätig sind, waren ebenfalls gefragt. Nach den guten Zahlen des finnischen Mobiltelefonproduzenten Nokia hofften Investoren auf neue Aufträge. Der Halbleiterhersteller Dialog Semiconductor erhöhte sich um rund 13 % auf 1,04 Euro. AT&S schob sich um 1,8 % auf 10,11 Euro vor. Balda gewann um 20,2 % auf 4,40 Euro hinzu.
Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.
Die überraschend guten Quartalsberichte einiger Dow-Jones-Unternehmen heizten auch in den USA den Aktienkursen ein. Marktteilnehmer ignorierten hingegen, dass der Vertrauensindex der Federal Reserve Bank of Philadelphia im Oktober auf - 13,1 Punkte gefallen war. Der Dow-Jones-Index stieg um 2,97 % auf 8275,04 Punkte.
Das Halbleiterunternehmen Advanced Micro Devices arbeitete sich um rund 24 % auf 4,32 US-Dollar nach oben. Am Mittwoch hatte das Unternehmen nachbörslich einen Verlust für das dritte Quartal verkündet. Allerdings erwartet AMD im laufenden Quartal mit Prozessoren einen höheren Umsatz.
Eastman Kodak verteuerte sich um 6,9 % auf 32,44 US-Dollar. Das Unternehmen hatte angekündigt, dass der im dritten Quartal erzielte Gewinn die Analystenerwartungen übertreffen werde.
An der Wall Street notierte der Kurs der richtungsweisenden Staatsanleihe mit dreißig Jahren Laufzeit um 1 10/32 tiefer. Da mit ergab sich eine Rendite von 5,1 %.
Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.
In Tokio schloss der Nikkei-225-Index erstmals seit Anfang Oktober wieder über der psychologisch wichtigen Marke von 9.000 Punkten. Er legte um 1,41 % auf 9.086,13 Punkte zu. Aktien von exportstarken Unternehmen waren einmal mehr gefragt. Nach der Kurserholung an der Wall Street und den guten Vorgaben hofften Investoren, dass die Exporte japanischer Unternehmen ansteigen werden.
Der Softwarehersteller Microsoft und das Unterhaltungselektronikunternehmen Matsushita Electric Industrial treffen sich heute nach Börsenschluss, um über eine engere Zusammenarbeit im Bereich digitale Medien zu diskutieren. Beobachter schätzten ein, dass Matsushita durch diese Kooperation profitieren könne. Der Aktienkurs verteuerte sich um 1,9 % auf 1.301 Yen.
Die stark verschuldete Einzelhandelskette Daiei sprang um rund 14 % auf 170 Yen. Zuvor hatte die staatliche Entwicklungsbank Japans mitgeteilt, dass es die Schulden von Daiei übernehmen werde. Zudem berichtete Daiei, dass sich der Gewinn im ersten Halbjahr verfünffacht hatte.
Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.
Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.
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