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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


10. Oktober 2002, 11:05

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die deutschen Standardwerte befinden sich weiter auf Talfahrt. Diesmal zogen die Automobilwerte den Dax-Index nach unten, nachdem sich die Investmentbank Credit Suisse First Boston negativ über die europäische Automobilbranche. Der Dax-Index fiel um 0,92 % auf 2.597,88 Punkte.
Das Investmenthaus Credit Suisse First Boston stufte den europäischen Automobilsektor herab. Als Grund führten die Analysten sinkende Gewinnaussichten an. Die Branche habe sich in den letzten 18 Monaten hervorragend entwickelt. Es sei nicht zu erwarten, dass sich dieser Trend fortsetzen werde. Tagesverlierer im Dax-Index war Volkswagen. Der Wert stürzte um 6,4 % auf 32,96 Euro ab. DaimlerChrysler gab um 5,3 % auf 31,10 Euro nach. Konkurrent BMW verbilligte sich um 3,5 % auf 29,33 Euro. Der Versicherungskonzern Allianz verlor um 4,3 % auf 76,00 Euro. Zuvor hatte die Ratingagentur Moody's die Bonität der langfristigen Schulden herabgestuft. Die Allianz hatte vor einigen Tagen ihre Gewinnprognose für das laufende Geschäftsjahr nach unten revidiert. Die Commerzbank erholte sich um 7,6 % auf 5,70 Euro. Der Leiter der deutschen Finanzaufsichtsbehörde teilte mit, dass sich der deutsche Bankensektor in keiner kritischen Situation befinde. Er fügte hinzu, dass der jüngste Kursrutsch der Bankwerte übertrieben sei.

Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete, solide Werte kaufen.

Das deutsche Wachstumssegment koppelte sich erneut von der allgemeinen Marktentwicklung ab. Der Nemax-50-Index kletterte um 1,2 % auf 318,15 Punkte. Händler meinten, dass es am Neuen Markt nicht mehr viele Aktien gebe, die man verkaufen könne. Außerdem seien die Vorgaben der US-Technologiebörse Nasdaq positiv gewesen.
Das Halbleiterunternehmen Süss Microtec sackte um rund 10 % auf 2,05 Euro ab. Zuvor hatte das Investmenthaus CAI Chevreux die Gewinnerwartung für den Wert reduziert. Es senkte seine Prognosen für die Jahre 2003 und 2004.
Der Telekommunikationszulieferer Teles weitete seine Kursgewinne der letzten Tage aus. Der Titel legte um 9,3 % auf 2,24 Euro zu. Gestern verkündete das Unternehmen, dass sich sowohl der Gewinn als auch der Umsatz im dritten Quartal sehr gut entwickelt hätten.

Aktueller Trend in USA: Günstig bewertete Titel kaufen.

Die Aktienbörsen schlossen in den USA am Mittwochabend einheitlich im Minus. Der Dow Jones Industrial Average setzte seinen Abwärtstrend mit einem Verlust von 2,87 % auf 7.286,27 Punkte fort, während der breiter gefasste S&P 500 um 2,73 % auf 776,76 Punkte sank. Der Nasdaq Composite fiel mit einem Minus von 1,34 % auf 1.114,11 Punkte auf das Kursniveau von 1996 zurück. Nach Wiederaufnahme der Arbeit in Hafengebieten der Westküste gerieten negative Analysteneinschätzungen in den Vordergrund des Marktgeschehens. Zudem belasteten Gewinnwarnungen, Rezessionsängste sowie der Konflikt mit dem Irak die Anlegerstimmung.

Nach Herabstufung der Gewinnaussichten für 2003 seitens einer Investmentbank brach der Aktienkurs des Mischkonzerns General Electric um 5,8 % auf 22,00 US-Dollar ein. Der Titel von J.P. Morgan Chase & Co. verbilligte sich um 6,9 % auf 15,45 US-Dollar, nachdem eine Ratingagentur wegen Gewinnsorgen die langfristige Kreditwürdigkeit der Großbank auf "A1" herabstufte.

Die Automobilwerte verloren ebenfalls nach Senkung der Gewinn- und Kursziele seitens mehrerer Investmentbanken. Ford-Papiere fielen um 7,7 % auf 7,15 US-Dollar, während GM um 7,7 % auf 31,01 US-Dollar sank. Im Zusammenhang mit Ermittlungen der Börsenaufsichtsbehörde SEC und der Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts auf unregelmäßige Bilanzierungspraktiken verlor die Aktie des Pharmakonzerns Bristol-Myers Squibb um 3,1 % auf 21,63 US-Dollar.

Unter den Hochtechnologiewerten gewann der Titel von Cisco Systems um 7,3 % auf 9,23 US-Dollar. Die Aktie des Netzwerkspezialisten soll aufgrund seiner Wettbewerbsposition und seiner guten finanziellen Lage Analystenmeinungen zufolge kaufenswert sein.

Das Papier von Microsoft sank um 2,2 % auf 43,99 US-Dollar, nachdem sich das Gerücht verbreitete, dass der führende Softwarekonzern den Konkurrenten Siebel Systems übernehmen will.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 0,62 % fester. Damit ergab sich eine Rendite von 4,656 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Untergewichten.

Die japanischen Aktienbörsen gingen heute Morgen mit negativem Vorzeichen aus dem Handel. Der Nikkei 225 verschlechterte sich um 1,17 % auf 8.439,62 Punkte. Die Kursverluste werden seitens der Marktbeobachter mit schwachen Vorgaben der US-Börsen sowie sinkenden Exportaussichten begründet. Der Export trug bisher maßgeblich zum Wachstum der japanischen Wirtschaft bei.

Von daher standen Exporteure wie beispielsweise der Titel des Automobilkonzerns Toyota Motor Corp. mit einem Minus von 2,58 % auf 2.830 Yen auf der Verliererseite. Die Aktie des weltweit führenden Herstellers elektronischer Komponenten Fanuc Ltd. sank um 9,03 % auf 4.230 Yen.

Auf der Gewinnerseite standen die Verlierer der Vortage. Der Titel der Großbank Mizuho Holdings legte um 5,2 % auf 182.000 Yen zu, nachdem der japanische Minister für Finanzdienstleistungen Takenaka wissen ließ, dass die japanische Notenbank drastische Schritte zur Unterstützung der mit faulen Krediten belasteten Banken plant.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen steigen.

Aktueller Trend Devisen: derzeit Seitwärtstrend.




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