29. August 2002, 11:19
Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Günstig bewertete Titel kaufen.
Die europäischen Aktienbörsen standen gestern unter massivem Abgabedruck. Der Handel wurde von schwachen US-Vorgaben, pessimistischen Geschäftsaussichten seitens des kanadischen Netzwerkproduzenten Nortel Networks sowie von einem unerwartet schwach ausgefallenem ifo-Geschäftsklima-Index negativ beeinflusst. Die schlechten ifo-Daten indizieren, dass sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft erneut eingetrübt hat. Möglicherweise wird sich die hiesige Konjunktur im Winterhalbjahr abschwächen. Der deutsche Aktienindex DAX brach um 4,38 % auf 3.682,84 Zähler ein.
Die MAN-Aktie war mit einem leichten Plus von 0,49 % auf 20,85 Euro neben der Thyssen-Aktie mit einem minimalen Plus von 0,1 % auf 13,72 Euro einziger Gewinner im DAX.
Zu den größten Verlierern zählten Finanz- und Versicherungswerte. Belastet von den eingetrübten Konjunkturaussichten für Europa und der Anordnung der US-Börsenaufsicht SEC, dass US-börsennotierte ausländische Unternehmen ebenfalls einen Eid auf die Richtigkeit der Bilanzen zu leisten haben, stürzte der Titel des deutschen Versicherungskonzerns Allianz um 7,1 % auf 135,50 Euro. Betroffen war auch die Aktie der Deutschen Bank, die sich um 4,7 % auf 62,25 Euro verbilligte.
Die MLP-Aktie verlor um 3,2 % auf 15,85 Euro, obwohl sie eine Klage gegen einen Hauptversammlungsbeschluss über eine Kapitalerhöhung erfolgreich abwehren konnte. Das Wertpapier litt unter dem Gerücht, dass MLP zunehmend von Beratern wie auch Kunden verlassen wird. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Titel bei der nächsten Neuaufstellung der DAX-Mitglieder aus dem Index genommen wird.
Vom Nortel-Schock erfasst, stürzten Technolgiewerte wie beispielsweise Siemens um 5,76 % auf 48,30 Euro herab. Infolge eines Gerüchtes, wonach die Deutsche Bank noch vor der Bundestagswahl ihre Beteiligung an DaimlerChrysler aus steuerlichen Gründen reduzieren will, brach der Automobiltitel um über sechs Prozent auf 43,30 Euro ein.
Im MDAX gewann der Titel von Beate Uhse um 6,6 % auf 9,65 Euro. Der Erotikkonzern konnte im ersten Halbjahr seinen Umsatz und Gewinn steigern sowie die Jahresziele bestätigen.
Aktueller Trend Neuer Markt: Günstig bewertete Titel kaufen.
Der Neue Markt verlor am Mittwochabend im Sog einer nach unten drehenden US-Börse sowie wegen pessimistischer Geschäftsaussichten für Technologiewerte deutlich an Kursniveau.
Der Nemax-50 sank um 3,90 % auf 501,84 Zähler, während der Nemax-All-Share um 2,94 % auf 542,93 Punkte sank. Seit Durchbrechung einer wichtigen Unterstützungslinie bestehen weitere Abwärtsrisiken. Nach Veröffentlichung überraschend guter Geschäftszahlen sprang das MobilCom-Papier um 4,00 % auf 6,50 Euro. Die schlechte Nortel-Botschaft drückte die Aktie des Zulieferers für Mobilfunkhersteller Balda um 7,5 % auf 4,30 Euro. Die starken Vortagesgewinne führten bei dem Titel des Logistikunternehmens D-Logistics zu Mitnahmen in Höhe von 4,3 % auf 2,25 Euro.
Das Papier von Aixtron verbilligte sich aus technischen Gründen um 5,7 % auf 7,75 Euro.
Aktueller Trend USA: Günstig bewertete Titel kaufen.
Die amerikanischen Aktienbörsen beendeten gestern den Handelstag einheitlich mit deutlichen Abgaben. Der Dow Jones Industrial Average sank um 1,48 % auf 8.694,09 Punkte, während der S&P 500 um 1,81 % auf 917,87 Zähler fiel. Der Nasdaq Composite verschlechterte sich um 2,48 % auf 1.314,38 Stellen. Unter Druck standen vor allem Technologiewerte, nachdem der kanadische Netzwerkausrüster Nortel Networks die Umsatzprognosen unerwartet gesenkt hatte und weitere massive Stellenkürzungen bekannt gab. Eine pessimistische Einschätzung einer renommierten US-Investmentbank gegenüber der zukünftigen Entwicklung des Computerunternehmens Sun Microsystems drückte zudem auf die US-Aktienkurse. Die Nachricht, dass der frühere Finanzchef von WorldCom wegen Betrugs angeklagt wurde, sorgte für eine Verschlechterung der Anlegerstimmung.
Die Gewinnerseite führte der Titel von Philip Morris mit einem Plus von 2,94 % auf 49,31 US-Dollar an. Der Nahrungsmittel- und Tabakkonzern will seine Quartalsdividende um 10,3 % auf 58 US-Cent erhöhen. Das Papier von Hewlett-Packard tendierte um 0,42 % auf 14,27 US-Dollar fester. Der Computerhersteller legte Geschäftszahlen vor, die im Rahmen der Erwartungen lagen.
Zu den großen Verlierern zählte der Titel von Walt Disney mit einem Minus von 3,75 % auf 15,40 US-Dollar. Der Medienkonzern hat einen Gewinnanteil sowie Schadensersatz in Höhe von maximal einer Milliarde US-Dollar an die Familie von S. Slesinger zu zahlen.
Die Aktie des Netzwerkausrüsters Nortel Networks brach um 15,45 % auf 1,04 US-Dollar ein. Aufgrund der schlechten Nortel-Vorgaben sank das Papier des Netzwerkherstellers Cisco Systems um 2,14 % auf 13,72 US-Dollar.
Der Titel von Sun Microsystems verbilligte sich im Vorfeld der für Donnerstag angekündigten Veröffentlichung von Quartalszahlen um 6,60 % auf 3,96 US-Dollar.
Das Papier des Chipherstellers Intel fiel um 1,98 % auf 16,84 US-Dollar. Wegen der schwachen Nachfrage revidierten sowohl das Unternehmen als auch bewertende Investmenthäuser die Gewinnaussichten für die Chipbranche nach unten.
Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 0,36 % fester. Damit ergab sich eine Rendite von 4,996 %.
Aktueller Trend in Asien/Japan: Abwarten.
Die Börse in Japan schloss heute Morgen wieder mit Kursverlusten. Der Nikkei 225 brach um 2,07 % auf 9.564,23 Punkte ein. Nach der pessimistischen Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der Computerbranche seitens des US-Chipkonzerns Intel vom Vortag waren es diesmal die erneut stark eingetrübten Geschäftsaussichten des kanadischen Telekomausrüsters Nortel Networks, die das Börsenbarometer belasteten. Dazu kommt, dass die japanischen Banken hinsichtlich ihrer Halbjahresabschlüsse am 30. September weiterhin Beteiligungen abbauen werden, was auf den Nikkei 225 zusätzlich Abgabedruck ausüben dürfte. Praktisch alle Branchen schlossen im Minus.
Die Aktie des führenden Elektronikkonzerns Sony Corp. verlor um 3,18 % auf 5.180 Yen. Der Titel des Automobilkonzerns Toyota Motor Corp. verbilligte sich um 2,84 % auf 2.910 Yen. Das Papier des Anlagenbauers Chiyoda Corp. erwies sich mit einem Plus von 3,52 % auf 265 Yen als der Tagesgewinner. Das Schlusslicht unter den Verlierern bildete der Wert des Bauunternehmens Fujita Corp. mit einem Sturz von 9,09 % auf 20 Yen.
Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen fallend.
Aktueller Trend Devisen: Abwarten. Die Entwicklung bleibt volatil.
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