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Deutschland
Börsenkommentar
BB Bank


09. August 2002, 11:42

Aktueller Trend in Deutschland/Europa: Abwarten.

Die europäischen Aktienbörsen schlossen am Donnerstagabend mit kräftigen Kursgewinnen. Eine Bärenmarkt-Rallye bescherte dem deutschen Aktienindex DAX einen Kurssprung von 6,17 % auf 3.679,26 Punkte. Der Auftrieb steht in Zusammenhang mit den Finanzwerten, die nach Bekanntgabe eines 30 Milliarden US-Dollar hohen Kredits an Brasilien seitens des Internationalen Währungsfonds (IWF) sowie wegen guter Geschäftszahlen der niederländischen Großbank ABN Amro deutlich zulegten. Tagesgewinner war wieder die Aktie des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP, die sich nach verheerenden Kursverlusten der vergangenen Wochen mit einem Kurssprung von 29,88 % auf 14,30 Euro verteuerte. Eine renommierte deutsche Fondsgesellschaft deckt sich zur Zeit mit MLP-Papieren ein. Die Ermittlungen gegen das Finanzunternehmen wegen Verdachts auf unregelmäßige Bilanzmanipulationen sind dabei in den Hintergrund geraten. Die Nachricht über den IWF-Kredit begünstigte die Aktie der HypoVereinsbank. Der Titel verbesserte sich um 14,69 % auf 21,39 Euro. Das Papier der Deutschen Bank legte um 6,20 % auf 60,43 Euro zu. Die Aktie der Commerzbank steigerte sich trotz Gewinneinbruch um 8,98 % auf 10,68 Euro. Die Beteiligungsgesellschaft WCM will weiter Commerzbank-Papiere kaufen. Das Papier des Versicherungskonzerns Allianz kletterte um 5,97 % auf 133,10 Euro.

Zu den überragenden Kursgewinnern gehörte der Titel des weltgrößten Chemiekonzerns BASF, der im Umfeld überraschend guter Quartalsergebnisse um 7,18 % auf 41,96 Euro anstieg. Der Vorstandsvorsitzende Strube warnte jedoch vor der Gefahr eines militärischen Konflikts zwischen den USA und dem Irak, der die Chemieindustrie ölpreisbedingt schwer belasten würde. Dennoch startete der Chemiekonzern vor kurzem ein Aktienrückkauf-Programm.

Auf der Verliererseite stand mit einem Minus von 2,43 % auf 38,55 Euro das Papier des Automobilkonzerns BMW. Die Degussa-Aktie büßte um 3,36 % auf 31,60 Euro ein.

Aktueller Trend Neuer Markt: Abwarten.

Die deutschen Wachstumswerte gingen gestern Abend ebenfalls mit positivem Vorzeichen aus dem Handel. Der Blue Chip-Index Nemax-50 verbesserte sich um 1,66 % auf 493,73 Punkte, während das breiter gefasste Kursbarometer Nemax-All-Share um 1,30 % auf 528,09 Stellen anstieg. Das Interesse der Anleger konzentriert sich zur Zeit verstärkt auf Standardwerte, da die konjunkturelle Unsicherheit noch zu groß ist. So drängten gestern Nachmittag rückläufige US-Erzeugerpreise vor allem Technologiewerte vorrübergehend in den negativen Bereich. Von dem Neuen Markt selbst gingen keine Impulse aus.

Die Aktie von Aixtron, einem Hersteller von Fertigungsanlagen zur Produktion von Chips, verteuerte sich trotz unerwartet schlecht ausgefallener Quartalszahlen um 17,01 % auf 7,29 Euro. Die negativen Unternehmensdaten sollen demzufolge bereits im Preis inbegriffen sein. Obwohl der Spezialmaschinenbauer Süss Microtech schwache Unternehmenszahlen bekannt gab und die Geschäftsaussichten nach unten revidierte, steigerte sich dessen Titel nach einem sehr schwankungsreichen Handelsverlauf um 7,10 % auf 9,10 Euro. Das Schlusslicht unter den Tagesverlierern bildete der Wert des Medienunternehmens IM Internationalmedia mit einem Verlust von 8,61 % auf 1,38 Euro.

Aktueller Trend USA: Abwarten.

Die amerikanischen Aktienmärkte beendeten den Handel am Donnerstag mit deutlichen Kursgewinnen. Der die Blue Chips repräsentierende Index Dow Jones Industrial Average verbesserte sich um 3,03 % auf 8.712,02 Punkte, während der breiter gefasste Index S&P 500 um 3,27 % auf 905,46 Zähler zulegte. Das Börsenbarometer Nasdaq Composite, das die Kursentwicklungen der amerikanischen Hochtechnologiewerte zusammenfasst, steigerte sich um 2,78 % auf 1.316,52 Stellen. Die Nachricht des Internationalen Währungsfonds (IWF), Brasilien einen zweistelligen Milliardenkredit zu gewähren sowie die Meldung, dass die US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlich zurückgegangen sind, verliehen den Märkten neuen Auftrieb. Zudem führte die Nachricht über die im Juli gefallenen Erzeugerpreise zu neuen Leitzinssenkungs-Phantasien.

Von der IWF-Mitteilung profitierte der Bankensektor. Die Aktie der Großbank J.P. Morgan Chase & Co. sprang um 9,73 % auf 26,38 US-Dollar. Der Titel der Citigroup holte um 7,55 % auf 33,90 US-Dollar auf. Das Papier des weltweit größten Einzelhändlers Wal-Mart Stores Inc. legte um 1,67 % auf 49,19 US-Dollar zu. Der Konzern will am kommenden Dienstag mit guten Quartalsergebnissen überraschen. Nach Bekanntgabe einer Gewinnwarnung brach die Aktie des Einzelhändlers Best-Buy Co. Inc. um 36,53 % auf 19,55 US-Dollar ein. Das Unternehmen leidet vor allem unter der schwachen Nachfrage nach elektronischen Artikeln. Der Titel des Taschencomputer-Herstellers Palm Inc. sank um 16,33 % auf 0,82 US-Dollar. Die Aktie soll wegen der geringen Marktkapitalisierung aus dem S&P 500 genommen werden.

Die Aktie der Restaurant-Kette McDonalds verbilligte sich um 3,68 % auf 22,50 US-Dollar.

Am Rentenmarkt notierten die richtungsweisenden Staatsanleihen mit dreißig Jahren Laufzeit um 6/32 leichter. Damit ergab sich eine Rendite von 5,233 %.

Aktueller Trend in Asien/Japan: Abwarten.

Die Aktienbörse in Japan konnte sich dem Sog einer stärker tendierenden US-Börse nicht entziehen. Der Nikkei 225 kletterte um 2,04 % auf 9.999,79 Punkte. Zudem begünstigte die schwache Yen-Währung den Exportsektor. Davon profitierten Automobilwerte wie beispielsweise Toyota Motor Corp., deren Aktie sich um 4,84 % auf 3.140 Yen verteuerte. Die Gewinnerseite führte mit einem Kurssprung von 7,24 % auf 1.185 Yen der Titel des Herstellers von Unterhaltungselektronik und Musikinstrumenten Yamaha Corp. an. An der Spitze der Verliererliste stand mit einem Minus von 3,78 % auf 331 Yen das Papier des Im- und Exporthändlers Itochu Corporation.

Aktueller Trend Bond-Märkte: Zinsen fallend.

Aktueller Trend Devisen: Abwarten. Die Entwicklung bleibt volatil.




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