Börsenhandel und Pfandbriefe: Reputationsproblem? HSBC
10. Oktober 2008, 10:07
Zum ersten Mal haben sich gestern die Renditeaufschläge von Pfandbriefen stabilisiert.
Zudem finden auch die irischen Asset Covered Securities über die Kurve eine
Unterstützung bei einem Aufschlag von 230-250 BP zu Euriborswaps, was Renditen
von ca. 7 % entspricht. Depfa-Anleihen haben damit die Renditen von spanischen
Gemeinschafts-Cédulas und HBOS-Anleihen übertroffen, jedoch noch nicht die Renditen
von Bradford & Bingley und JP Morgan Chase (formerly known as WaMu
Covered Bonds) erreicht. Aufgrund der weltweiten Platzierung der Anleihen kam es
auch zu weltweitem Verkaufsdruck, was die Geschwindigkeit der Spreadausweitung
akzelerieren ließ. Unter den deutschen Pfandbriefen springt für uns der im Juli 2011
fällige Global-Jumbo ins Auge. Unserer Erkenntnis nach ist er am stärksten betroffen
und erreicht die Rendite von 7 % auch im Interbankenhandel. Der Börsenhandel, der
in Pfandbriefen lange brach lag und deshalb auch vernachlässigt wurde, ist aufgrund
der Schlagzeilen in den Zeitungen wieder aktiv. Die verschiedenen deutschen Börsen
zeigten gestern in dem erwähnten Pfandbrief der Depfa verschiedene Preise
zwischen 88 und 94. Pfandbriefe sind jedoch keine Aktien! Die Preisbildung bei
Kleinstumsätzen kann eine andere sein, als sie sich im Interbankenmarkt vollzieht.
Ein Emittent kann im Markt mehrere Hundert Pfandbriefe gelistet haben, in denen
nur selten ein Handel zustande kommt. Ohne vernünftige Kurspflege würden bereits
Kleinstumsätze zu Renditen führen, die von liquideren Anleihen des gleichen Emittenten
mit ähnlicher Restlaufzeit und gleicher Sicherheit stark differieren. Diese
Theorie erscheint aktuell Praxis zu sein. Pfandbriefpreise weisen zwischen Börsen
und zwischen gleichen Emittenten stark ab. Hier sehen wir auch die Pfandbriefbanken
selbst in der Pflicht. Neben der Verunsicherung traditioneller Buy-and-Hold-
Investoren führen verzerrte Börsenpreise auch zu Fehlbewertungen von Teilen der
Sondervermögen. Wir wünschen uns, dass sich in Zukunft die Arbeitsgruppen von
VdP und ECBC nicht nur mit „Market-Making“, sondern auch mit Börsenlisting, Börsenhandel
und dessen Technologie beschäftigen, damit bei (im Vergleich zum Interbankenhandel)
moderaten Umsätzen eine Preisbildung anders als bei Aktien wieder
möglich wird.
Pressekonferenzen 12. März 2007 (IfW-Konjunkturprognose für März) 23. November 2006 (Ifo-Geschäftsklima-Index für November) 12. Oktober 2001 (Einzelhandelsumsätze für August) 11. September 2001 (Handelsbilanz für Juli)
Wirtschaftsdaten 08. Januar 2009 (ISAE Konjunkturprognose) 08. Januar 2009 (Industrieaufträge für November) 07. Januar 2009 (Arbeitslosenzahlen für Dezember) 06. Januar 2009 (Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen für Dezember) 05. Januar 2009 (sentix Konjunkturindex für Januar) 30. Dezember 2008 (Verbraucherpreise für Dezember) 22. Dezember 2008 (IfW Konjunkturprognose) 22. Dezember 2008 (GfK Konsumklima für Januar) 22. Dezember 2008 (Außenhandelspreise für November) 19. Dezember 2008 (Daten zum Bauhauptgewerbe für Oktober)