12. Januar 2005, 15:55
Freundlicher Jahresstart, aber kein Grund zur Euphorie
- Die Prognosen für das Börsenjahr 2005
Szenario Konjunktur
Euroland:
Das europäische, insbesondere das deutsche Wachstum verbleibt auf niedrigem Niveau.
Die Auslandsnachfrage nimmt bei nachlassender Dynamik der Weltwirtschaft und festem Euro ab.
Ein schwächerer Export wird nicht vollständig durch die anziehende Binnennachfrage aufgefangen.
Der Arbeitsmarkt erfährt keine Entspannung, es entwickelt sich aber keine Rezession.
Die Inflationsraten verharren in Euroland um 2 Prozent, ein kurzfristiger Anstieg ist möglich.
Gestiegene Rohstoffpreise werden weitgehend durch den starken Euro und Lohnzurückhaltung
kompensiert.
In der ersten Jahreshälfte keine Zinserhöhung der EZB, im zweiten Halbjahr erfolgt ein Zinsschritt
auf 2,25 Prozent.
USA:
Die US-Konjunktur verlangsamt gegenüber 2004 leicht, wir erwarten ein Wachstum um
3 bis 3,5 Prozent.
Bei weiterhin geringer Sparquote bremsen fehlende Fiskalimpulse die Konsumneigung.
Gestiegene Rohstoffpreise schlagen auf die Unternehmensgewinne nieder
Die Defizite in Handelsbilanz und Staatshaushalt der USA verbleiben auf hohem Niveau.
Damit nimmt die Abhängigkeit von Zahlungsströmen (insbesondere aus Asien) weiter zu.
Anhaltend hohe Rohstoffpreise und ein schwacher US-Dollar lassen die Inflationsraten weiter
leicht steigen.
Die Notenbank erhöht die Zinsen bis auf 3,75 Prozent, bleibt damit aber expansiv (Realzins um
Null).
Besondere Unsicherheit geht von der möglichen Lockerung asiatischer Währungsanbindungen an
den US-Dollar aus.
Währungsmärkte
Die Dollarschwäche hält an, die Hauptlast in Form von Aufwertungen trägt der Euro.
Kapitalumschichtungen von Notenbanken und globalen Großinvestoren führen zu stetiger Euro-
Nachfrage.
Der Druck in Richtung Aufwertung des chinesischen Renminbi nimmt weiter zu. Die Folge wäre eine
Lockerung der Währungsfixierung asiatischer Währungen an den US-Dollar.
Mithin würden weitere Umschichtungen von Zentralbankreserven in den Euro den Devisenmarkt
bestimmen.
Aktienmärkte
Die Aktienmärkte der USA entwickeln sich positiver als die Europas, sind aber auf ungesicherter Basis
keine Alternative zu Europa.
Europas Märkte werden durch Kapitalzuflüsse aus dem Ausland unterstützt, durch den festen Euro
belastet.
Zunächst steht aber eine Korrektur des Euros und mithin ein freundlicher Jahresstart in Aussicht.
Mit dem Anstieg des Euros auf neue Höchststände werden Aktien ab Frühjahr erneut belastet.
Spätestens dann sind auch Alternativen, insbesondere Gold wieder stärker zu berücksichtigen.
Die Bewegungen werden über weite Strecken als breiter Seitwärtstrend vollzogen.
Käufe sollten in Schwächen über das Jahr verteilt erfolgen, um ein Vollinvestment für 2006 aufzubauen.
Rentenmärkte
Kapitalzuflüsse - nicht Rezessions- oder Deflationsgefahren - werden die Renditen vergleichsweise
niedrig halten.
Der US-Rentenmarkt wird bei stabiler Konjunktur und Leitzinserhöhungen weitere Renditeanstiege
verzeichnen.
Die US-Zinsstruktur verflacht sich, wird aber nicht invers (Leitzinsniveau 3,75 Prozent / 10 J.-Rendite
4,90 Prozent).
Die EUR-Renditen steigen, infolge Kapitalzuflüssen und geringerem Inflationsdruck, geringer.
Mit dem Anstieg des Euros auf neue Höchststände werden Renten ab Frühjahr zeitweise unterstützt.
Der moderate Anstieg auf ein fundamental gerechtfertigtes Renditeniveau erfolgt in üblichen
Schwankungsbreiten.
Renten-Satelliten werden selektiver auszusuchen sein, bieten aber besonders Chancen in Euro-
Korrekturen.
Fazit
Es sind für Aktien - und Rentenindizes Erträge im niedrigen einstelligen Bereich zu erwarten.
Flexibilität bei Schwankungen und Beimischungen von Randmärkten ermöglichen absolute Erträge.
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Weberbank Privatbankiers KGaA
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